Wolfsburger Zugänge Didavi, Gerhardt und Bruma wagen „den nächsten Schritt“

Fußball-Bundesliga: Neues Wölfe-Trio will hoch hinaus

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Der Blick geht nach oben (von links): Daniel Didavi, Jeffrey Bruma und Yannick Gerhardt fanden mit dem VfL Wolfsburg die neue Herausforderung, die sie gesucht haben: „Einen Verein mit großen Zielen“. Fotos (3): Barrenscheen
  • VonAndreas Arens
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Wolfsburg. Das Trikot lässt Erinnerungen wach werden. Das Hellgrün der Heimjerseys von Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg gleicht dem aus der Meister-Saison 2008/09.

Gespannter Zuhörer: Klaus Allofs (l.) sieht sich mit den Wolfsburger Neuzugängen gut gerüstet für die kommende Sason.

Dass die Wölfe auch noch zu dem Ausrüster von damals (Nike) zurückkehrten, könnte einigen Fans als zusätzliches gutes Omen dienen.

Ganz so hoch sind die Ansprüche der Wolfsburger in der kommenden Saison dann aber doch nicht. Einen Europacup-Platz hat VfL-Manager Klaus Allofs bei der gestrigen Vorstellung der neuen Trikots als Ziel ausgegeben. „Mittelfristig wollen wir auch wieder in der Champions League vertreten sein“, fügte Allofs noch hinzu. 2016/17 würde aber auch schon ein Europa League-Rang reichen. Um den internationalen Ansprüchen gerecht zu werden, haben die Wölfe schon ein paar Neuverpflichtungen getätigt. Neben dem kroatischen Nachwuchsstürmer Josip Brekalo, werden auch die Bundesliga-erfahrenen Daniel Didavi, Yannick Gerhardt und Jeffrey Bruma die Grün-Weißen verstärken.

Die drei Hoffnungsträger präsentierten sich in der neuen Arbeitskleidung gestern vor dem Trainingsauftakt erstmals dem Wolfsburger Publikum. „Ich finde, dass Wolfsburg ein großer Verein in Europa ist. Zusammen können wir den nächsten Schritt machen“, meinte der niederländische Innenverteidiger Bruma, der die Bundesliga schon von seiner Zeit beim Hamburger SV kennt. Dort konnte er sich jedoch nicht so sehr in Szene setzen wie erhofft und ging zurück in seine Heimat. Nach den beiden Meisterschaften mit dem PSV Eindhoven kehrt Bruma gestärkt nach Deutschland zurück: „Bei Hamburg war ich ein bisschen zu jung. Jetzt komme ich mit mehr Erfahrung her und weiß besser, was ich machen muss“, so der 24-Jährige.

Da geht’s lang! Beim gestrigen Trainingsstart der Wölfe mit Coach Dieter Hecking fehlten neben den EM-Fahrern auch Maximilian Arnold, der nach einer Blinddarm-OP nun wohl auch Olympia 2016 verpasst, sowie Luiz Gustavo, der aufgrund privater Probleme um eine Verlängerung seines Brasilien-Aufenthalts bat.

Während Bruma als Ersatz für den zu Schalke abgewanderten Abwehrchef Naldo gilt, gibt es für die anderen beiden Neuen noch keine feste Planstelle in der Startformation. Der Ex-Kölner Gerhardt ist sowohl im Mittelfeld als auch auf den defensiven Außenbahnen einsetzbar. Auch Daniel Didavi kann in der Offensive mehrere Positionen spielen. „Ich probiere mich hier erstmal im zentralen Mittelfeld durchzusetzen. Wenn Not am Mann ist, spiele ich aber auch auf anderen Positionen“, erklärte Junioren-Nationalspieler Gerhardt, für den der Wechsel nach Wolfsburg ein großer Schritt ist: „Ich habe die Chance, von zu Hause wegzukommen. Ich will selbstständiger werden.“

Mit Maximilian Arnold gibt es immerhin schon eine Kontaktperson beim VfL. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Zeiten in den DFB-Juniorenteams. Und beinahe hätte Gerhardt auch noch eine familiäre Bindung in seiner neuen Heimat gehabt. Seine kleine Schwester Anna spielte ebenfalls für den 1. FC Köln in der Frauen-Bundesliga. Gerhardt bestätigte, dass die Wölfinnen durchaus Interesse an seiner 18-jährigen Schwester hatten. „Sie hat sich dann aber für Bayern entschieden und macht nun allein Erfahrungen in einer neuen Stadt. Genau wie ich.“

Auch Daniel Didavi macht Erfahrungen in einer neuen Stadt. Gewechselt ist er aber aus einem anderen Grund. „Es war an der Zeit, zu einem Verein zu gehen, der höhere Ziele hat. Ich wollte aber auch gerne in Deutschland bleiben“, sagte Didavi. Da er ablösefrei auf dem Markt war, gab es viele Interessenten. Den Ausschlag pro VfL gab am Ende vielleicht auch eine alte Bekanntschaft. Die zu Wölfe-Trainer Dieter Hecking. Beide kennen sich noch aus einer gemeinsamen Bundesliga-Saison in Nürnberg. „Ich habe gut mit Dieter Hecking zusammengearbeitet. Er hat mich zum gestandenen Bundesliga-Spieler gemacht“, so Didavi.

In Wolfsburg will er nun den nächsten Schritt machen. Dafür muss der oft von Verletzungen gebeutelte Mittelfeldspieler vor allem gesund bleiben. „Das ist das Hauptziel. Ich will mich hier aber auch etablieren.“ Die Konkurrenz scheut der gebürtige Nürtinger dabei nicht. „Ein Verein mit großen Zielen hat einen großen Kader. Wenn ich meine Leistung bringe, werde ich meine Einsätze bekommen. Wenn nicht, werde ich Probleme bekommen.“ Dass Wolfsburg auch als Sprungbrett für die Nationalmannschaft dienen könnte, hat für Didavi nicht die höchste Priorität: „Ich bin kein Träumer. Aber klar ist das eine Chance. Es liegt nur an mir, mich hier durchzusetzen.“

Von Andreas Arens

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