Europa, Wolfsburg ist dabei!

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Die Entscheidung: Ivica Olic (2. v. l.) verlängert einen Naldo-Kopfball unhaltbar zum Wolfsburger 3:0 in die Maschen. Am Ende gewann VfL 3:1 in Hamburg.

dpa/ib Hamburg. Europ(hurr)a! Seit Samstagabend steht unumstößlich fest, dass der VfL Wolfsburg in der kommenden Saison international vertreten sein wird. Die Frage ist nur, in welcher Liga. Derweil taumelt das Bundesliga-Urgestein Hamburger SV nach der 1:3 (0:2)-Heimschlappe gegen die Wölfe in Richtung 2. Liga.

Die teils desolate Darbietung des HSV grenzte an Auflösungserscheinungen. Der Dino droht nach den Toren von Ivan Perisic (2.), Kevin de Bruyne (42.) und dem Ex-Hamburger Ivica Olic (49.) auszusterben. Der Ehrentreffer durch Ivo Ilicevic (58.) – nur Makulatur.

Das Worst Case-Szenario löste nach dem Spiel Ausschreitungen vor dem Stadion aus. Nach Angaben der Polizei versuchten etwa 70 Problemfans, die HSV-Geschäftsstelle zu stürmen. Die Ordnungskräfte bekamen die Eskalation aber schnell in den Griff.

Eitel Sonnenschein hingegen beim VfL. Nur der überflüssige Platzverweis gegen Luiz Gustavo, der wegen Handspiels zum dritten Mal in dieser Saison die Gelb-Rote Karte sah (90.), trübte die Stimmung ein wenig.

„Wahnsinn! Die Niederlage tut richtig weh“, stöhnte HSV-Abwehrspieler Heiko Westermann. „Wenn man schon in der 2. Minute ein Tor bekommt, ist es schwierig zurückzukommen. Wir haben heute kaum einen Zweikampf gewonnen“, bilanzierte Hakan Calhanoglu, gab sich aber kämpferisch: „Ich sage immer: Never give up!“ HSV-Sportchef Oliver Kreuzer machte das Verletzungspech für den neuerlichen Rückschlag verantwortlich: „Den Jungs kann man keinen Vorwurf machen. Sie haben gerackert bis zum Ende.“ Vor dem Anpfiff war beim HSV Innenverteidiger Johan Djourou (Adduktorenprobleme) ausgefallen, somit wurde die Abwehr durcheinandergewirbelt.

Als sich die neu formierte HSV-Verteidigung in der zweiten Minute noch in der Findungsphase wähnte, war diese auch schon locker und leicht ausgehebelt. Ein Pass Luiz Gustavos in den Lauf des blitzschnellen Perisic – 0:1! Dabei stand auch Torhüter René Adler etwas unglücklich vor seinem Sechzehner.

Nachdem der HSV-Keeper in der 31. Minute noch mit einer Glanztat das 0:2 durch Kevin de Bruyne vereitelt hatte, war er vor dem Pausenpfiff machtlos gegen den mehr und mehr aufblühenden Belgier. Das erste Tor im VfL-Dress für de Bruyne. Die HSV-Innenverteidigung war in dieser Szene wieder nicht im Bilde. Vier Minuten nach Wiederbeginn war mit Olic’ 0:3 die Niederlage besiegelt.

Die Hanseaten zeigten zwar nach dem Anschluss durch Ilicevic gegen die in dieser Phase zu passiven Wölfe ein kurzes Aufbäumen, hatten letztlich aber Glück, dass der ansonsten starke Gustavo mit zwei ansatzlosen Pfunden nur Pfosten und Latte traf und die Schmach nicht noch heftiger ausfiel. Untergangsstimmung an der Elbe, vorsichtige Euphorie an der Aller.

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