Auf Schmusekurs Richtung Europa!?

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Fingerzeig: VfL-Sturmspitze Ivica Olic bescherte den Wölfen mit einem Traumtor den 2:1-Heimsieg über die Borussia.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Das volle Versöhn-Programm geht weiter. Auch im vierten Spiel nach der Derby-Schmach setzte Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg seinen Schmusekurs (in Richtung internationale Plätze!?) fort und zog die Fans mit dem starken Auftritt beim 2:1 (0:1)-Heimsieg über Borussia Dortmund wieder ein Stück näher an sich heran.

Ricardo Rodriguez (56.) und Ivica Olic (69.) konterten nach der Pause die durchaus schmeichelhafte Führung des Ruhrpott-Riesen durch Filigran-Fuß Marco Reus (45.+2). Durch den vierten Sieg in Serie festigten die Wölfe den fünften Tabellenplatz, für den BVB war es freilich ein „kleiner Rückschlag“ (Clubchef Hans-Joachim Watzke) im Titelkampf. Zumal die Borussen obendrein Innenverteidiger Neven Subotic mit Kreuzbandriss verloren. Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc drückte die allgemeine Stimmungslage drastisch aus: „Es ist ein Scheiß-Tag.“

Nicht so für den VfL. Wobei es gut und gerne auch die Grün-Weißen hätten sein können, die niedergeschlagen das Feld räumen. Denn in der ersten Halbzeit hatte sich der enorme Aufwand nicht ausgezahlt. Wolfsburg verteidigte hoch und mit unglaublicher Leidenschaft. Der Dortmunder Hochgeschwindigkeits-Fußball so schon im Keim erstickt. „Wir wollten die Räume eng machen und den Gegner in ein schwieriges Spiel verwickeln“, erläuterte VfL-Coach Dieter Hecking seinen Schlachtplan. Der ging auch auf. Dumm nur, dass die Gastgeber ihre drei guten Chancen durch den Ex-Dortmunder Ivan Perisic (22.), Slobodan Medojevic (31.) und Patrick Ochs (34.) nicht nutzten. Stattdessen der „Tiefschlag“ (Hecking) unmittelbar vor der Pause durch Freistoßkünstler Reus.

Dieser hinterließ Spuren. Wolfsburg zu Beginn der zweiten Halbzeit fahrig, Dortmund hingegen „mit der besten Phase“, so BVB-Trainer Jürgen Klopp. Macht sein Team das zweite Tor – die Aussagen und Emotionen nach dem Spiel wären ganz andere gewesen. Doch Ricardo Rodriguez reanimierte die Wölfe mit seinem ersten Saisontor. „Da haben wir die zweite Luft bekommen und gespürt, dass da sogar noch mehr gehen kann“, so Hecking.

Diesem feinen Näschen verlieh Olic mit seinem Traumtor Ausdruck. Glück für die Wölfe, dass Reus wenig später keine Kopie seines Führungstores glückte (72.). Und dass Schiedsrichter Jürgen Drees Robert Lewandowski in der Schlussphase jeweils im Zweikampf mit Rodriguez einen Elfmeter verwehrte.

Klar, dass der Referee nach Abpfiff umzingelt war. Auch von Impulsiv-Vulkan Klopp, der einen Sprint in Richtung Drees hingelegt hatte. Dortmunds Trainer beschwichtigte: „Ich wollte die Spieler, die naturgemäß aufgebracht waren, wegholen.“ VfL-Manager Klaus Allofs sagte dazu: „Wir haben so viel gut, diese Aufrechnung wird immer positiv für uns ausfallen...“

VfL-Coach Hecking bilanzierte zurecht: „Wir haben es als Mannschaft verdient, weil wir sehr viel investiert haben.“

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