Die Hoffnung trifft zuletzt

+
Jetzt schlägt’s 13! Nach einer Ecke herrscht Tohuwabohu im Stuttgarter Strafraum. Kevin de Bruyne (nicht im Bild) haut in der 13. Minute das Leder zur Wolfsburger 1:0-Führung in die Maschen.

dpa/ib Stuttgart. Besser spät als nie. Der zweite Frühling von Ivica Olic lässt den VfL Wolfsburg weiter von der Champions League träumen. Der Tor-Opa erhielt am Sonnabend mit dem Last-Minute-Tor zum 2:1 (1:0) beim VfB Stuttgart die Chance auf die Königsklassen-Quali vor dem finalen Spieltag in der Fußball-Bundesliga am Leben.

Der Ausflug ins Schwabenland: eine runde Sache für die Wölfe. Coach Dieter Hecking feierte in seinem 50. Bundesliga-Spiel für Grün-Weiß den 75. Auswärtssieg der Vereinshistorie. Dank des Dreiers liegt der VfL weiterhin nur einen Zähler hinter dem aktuellen Tabellenvierten Bayer Leverkusen.

Zufriedenheit hätte ja durchaus auch im Stuttgarter Lager herrschen können. Schließlich bleibt der VfB trotz der Niederlage weiter erstklassig. Doch Huub Stevens war not amused. „Ich bin nicht erleichtert, ich bin enttäuscht“, knurrte der niederländische Coach. Nach dem abgewendeten Betriebsunfall ist der 60-Jährige nun der erste Ansprechpartner in der Trainerfrage. „Er hat einen super Job gemacht. Er spielt in unseren Überlegungen für die Zukunft eine Rolle“, sagte Präsident Bernd Wahler. „Er wird unser erster Ansprechpartner sein.“

Vor 58 000 Zuschauern hatte Kevin de Bruyne (13. Minute) die zunächst auftrumpfenden Wolfsburger nach einem Eckball in Führung gebracht. Im Sechzehner der Gastgeber herrschte in dieser Szene heilloses Durcheinander. Hecking angetan: „So stark, wie wir in den ersten 35 Minuten aufgetreten sind, war dies selten in dieser Saison der Fall – mit einer unglaublich starken Dominanz, mit einem guten Passspiel.“ Aber wie schon beim vorangegangenen 2:2 gegen Freiburg versäumte der VfL den prompten Gnadenstoß für den Gegner. „Zur Halbzeit hätte es auch 0:2 oder sogar 0:3 stehen können“, gestand Stevens.

Das rächte sich für Grün-Weiß. Die Partie verflachte zusehends. Christian Gentner wischte seinem Ex-Club mit dem Ausgleich (62.) schließlich eins aus. Nach einem Pass von Cacau, der in seinem 262. Bundesliga-Spiel für den VfB Abschied von den Fans nahm, überlief Genter die versammelte Wolfsburger Abwehr und überwand auch den ins Tor zurückgekehrten Diego Benaglio.

Stuttgart nun wachgeküsst und deutlicher agiler. Ibrahim Traoré, der den VfB ebenfalls am Saisonende verlässt und zu Wolfsburgs Abschluss-Widersacher Borussia Mönchengladbach wechselt, traf in der 74. Minute nur den Außenpfosten.

So war schlussendlich Olic der Schlusspunkt einer nicht unbedingt prickelnden Partie vergönnt: In der ersten Minute der Nachspielzeit profitierte der VfL-Torjäger von einem Lapsus des eingewechselten Arthur Boka.

„Bei einer konsequenteren Spielweise hätten wir das Glück nicht gebraucht“, analysierte VfL-Manager Klaus Allofs angesichts des späten Dusels. Das letzte Bundesligaspiel dieser Saison gegen Mönchengladbach, das zwei Zähler weniger auf dem Konto hat als Wolfsburg, sei „ein Endspiel um Platz fünf“, frohlockte er – und die Aussicht auf Rang vier mehr als reizvoll.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare