Die Ex-Fraktion leidet mit Werder

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Trägt Werder in seinem Herzen: VfL-Abwehrchef Naldo wurde vor dem Spiel herzlich vom Bremer Publikum verabschiedet.

dpa/ib Bremen. Richtig freuen konnten sich Diego, Naldo und Klaus Allofs nicht. Ihr VfL Wolfsburg hatte soeben praktisch den Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga unter Dach und Fach gebracht, doch dem früheren Werder-Bremen-Trio war irgendwie nicht zum Feiern zumute. Die an der Weser durch das deutliche 3:0 mehr denn je entfachten Existenzsorgen gingen allen spürbar an die Nieren.

„Mit 3:0 hier in Bremen und dann mit dieser Stimmung – das lässt mich natürlich nicht in die Höhe hüpfen“, sagte VfL-Manager Allofs, der selbst mit nun zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz aller Sorgen ledig sein dürfte. „Wir sind jetzt bei 37 Punkten, damit ist das Thema Abstieg abgehakt“, befand Trainer Dieter Hecking treffend. Die Ex-Bremer sahen das zwar genauso, für sie war die Sache aber nicht so einfach.

Diego, der das 3:0 (66. Minute) per Foulelfmeter schoss und damit seinen früheren Club endgültig in die Sinnkrise beförderte, verzichtete schon auf dem Spielfeld auf überschwänglichen Jubel. Und Naldo, der vor dem Spiel freundlich begrüßt und offiziell von den Fans verabschiedet worden war, hatte seine Gedanken nach dem Schlusspfiff ganz bei seinem früheren Club, der weiter in Not schwebt. „Das war heute nicht einfach für mich und sehr emotional. Ich liebe Werder und trage diesen Club in meinem Herzen“, bekannte Wolfsburgs Bester und redete daher kaum über die Wölfe (die er „überragend“ fand), sondern in erster Linie über die Bremer: „Werder hat heute nicht so gut gespielt. Die müssen jetzt hart arbeiten. Ich drücke die Daumen.“ Sehr wohl freute sich Wolfsburgs Abwehrchef, dass sein Team „endlich wieder zu null“ gespielt hatte.

Auch Allofs schien der Erfolg fast peinlich zu sein. „Das Problem, das Werder hat, ist, dass der Druck zu Hause so groß ist“, analysierte Bremens Ex-Clubchef, der im vergangenen November die Seiten gewechselt hatte. Ein Problem, dass sein VfL nun nicht mehr hat. Locker die Saison austrudeln lassen: Das kommt für Allofs aber nicht in die Tüte. Der aufgeblähte Kader stehe weiter unter strenger Beobachtung durch die Qualitäts-Kontrolleure Allofs und Hecking. „Für uns zählt noch jedes Spiel. Wir wollen wirklich bis zum Schluss schauen, welche Spieler mit uns den Weg in Zukunft weiter gehen können.“

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