Die Wolfs-Burg: Vom Saulus zum Paulus

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Heiliger Rasen: Mit dem dritten Heimsieg in Serie zum Bundesliga-Start gegen 1899 Hoffenheim stellten Naldo und Co. den Rekord aus der Serie 2003/04 unter Jürgen Röber ein.

dpa/ib Wolfsburg. Was haben Jürgen Röber und Dieter Hecking seit Sonnabend gemeinsam? Richtig! Drei Heimsiege in Folge zum Bundesliga-Start mit dem VfL Wolfsburg. Durch das 2:1 (1:1) gegen die TSG 1899 Hoffenheim stellte der aktuelle Herr der Wölfe die Bestmarke aus der Saison 2003/04 ein. Ausführendes Organ war dabei der aufblühende Torjäger Ivica Olic, der mit seinem Doppelpack (44., 48.) den frühen Rückstand durch Anthony Modeste (15.) gedreht hatte.

Wolfsburgs Wandel vom Saulus zum Paulus in der VW-Arena also. Die zweitschwächste Heimmannschaft der Vorsaison orientierte sich in Richtung internationale Plätze, muss allerdings mit im Umkehrschluss akuter Auswärtsschwäche im Gepäck nun zu den Bayern.

Nach einem Sieg des VfL sah es in der ersten Halbzeit nicht aus. Obwohl sie deutlich häufiger in Ballbesitz waren, hatten die Wolfsburger ihre Mühe im Spielaufbau. Torchancen blieben bis zum ersten Treffer von Olic kurz vor dem Pausenpfiff Mangelware. Erst nach dem zweiten Tor des Routiniers agierten die Grün-Weißen cleverer. „Die Mannschaft hat sich reingebissen“, lobte Trainer Dieter Hecking.

Die Hoffenheimer waren zunächst gleichwertig, hatten ihre Schwächen allerdings in der Defensive, und das nutzte der VfL. „Es ist superärgerlich, dass wir mit nichts dastehen“, kommentierte Trainer Markus Gisdol: „Speziell die ersten 35 Minuten haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht.“

Das Problem war allerdings die Defensive. Besonders der junge Robin Szarka, der in seinem zweiten Bundesligaspiel erstmals von Beginn an auflief, hatte als Linksverteidiger einige Mühe und musste zur Pause runter. Zu spät: Weil er nicht konsequent gegen Christian Träsch nachsetzte, fiel der Ausgleich durch den Abstauber von Olic.

Auch beim zweiten Treffer halfen die Hoffenheimer kräftig mit. Ein Fehler des Ex-Wolfsburgers Fabian Johnson und ein Patzer von Jannik Vestergaard verhalfen dem VfL zur schnellen Führung nach dem Wechsel: Olic reagierte blitzschnell, stibitzte den Ball und lupfte ihn über Koen Casteels ins Tor. Das verlieh den Wölfen Sicherheit.

Zuvor wirkte der VfL in einigen Situationen fahrig. So hatte Modeste einen katastrophalen Fehler von Ja-Cheol Koo eiskalt ausgenutzt: Der kleine Koreaner legte dem Franzosen den Ball mit einem missglückten Kopfball vor, der schnelle 1899-Angreifer blieb ruhig, überlief VfL-Torwart Diego Benaglio und verwandelte überlegt zu seinem fünften Saisontreffer.

Die Wolfsburger erholten sich von diesem Schreck nur mühsam (Manager Klaus Allofs: „Die Nerven lagen ein bisschen blank“) und hatten vor allem mit Modeste ihre liebe Mühe. Der 25 Jahre alte Neuzugang vom SC Bastia bereitete der VfL-Abwehr in der ersten Halbzeit große Probleme. So rettete Naldo in der 29. Minute in höchster Not, nachdem Kevin Volland seinen Kollegen steil geschickt hatte. Doch die Mannschaft hätte die Wende „praktisch erzwungen“, freute sich Allofs über die Moral. Auch wenn er sich das 3:1 für mehr Ruhe gewünscht hätte.

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