Wie gut, dass Fürth so harmlos ist...

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Der Große und der Kleine: Siegtorschütze Bas Dost (l.) bedankt sich bei Vieirinha für die Vorlage zum goldenen 1:0 in Fürth.

dpa/ib Fürth. Kleeblätter auf der Brust und doch der große Frust... Während bei der aufopferungsvoll kämpfenden, aber glücklosen SpVgg Greuther Fürth der Jubel über den Prestige-Erfolg auf Schalke schnell wieder der gewohnten Enttäuschung gewichen ist, durfte der VfL Wolfsburg am Sonnabend aufatmen. Durch einen schmeichelhaften 1:0 (1:0)-Sieg verabschiedeten sich die Wölfe ins Mittelfeld der Fußball-Bundesliga und manifestierten den letzten Platz der Franken.

„Das ist sehr bitter. Wir haben mal wieder unsere Chancen nicht genutzt“, klagte Fürths Sportlicher Leiter Rouven Schröder. Sein Team hatte sich engagiert und leidenschaftlich gegen die Wolfsburger Millionentruppe gestemmt. Wie schon so oft ließ der Neuling aber in den entscheidenden Momenten Cleverness und Abgeklärtheit völlig vermissen. „Die Mannschaft hat ihr Herz in beide Hände genommen, um der Tabelle ein anderes Gesicht zu geben“, urteilte Trainer Mike Büskens fast philosophisch.

Allein: Im Gegensatz zur Vorwoche, als die Spielvereinigung mit einem 2:1 auf Schalke überraschte, blieb der Erfolg aus. Ein halbes Dutzend bester Chancen ließen Büskens’ Mannen liegen. Und so reichten dem auswärtsstarken VfL eine abgezockte Vorstellung und ein Tor des Niederländers Bas Dost (23.), um mit drei Punkten den Heimweg antreten zu können.

„Wir hätten uns die Effektivität der Wolfsburger gewünscht“, meinte Büskens anerkennend in Richtung der Wölfe. Schon unter der Woche hatte sich der VfL im Test gegen den ambitionierten Viertligaclub KSV Hessen Kassel munter für die Partie beim Aufsteiger eingeschossen. Den Südwest-Regionalligisten fertigte Heckings Team während der Länderspielpause im Vorbeigehen mit 7:0 ab.

Und auch in Fürth beschwor die namhafte Wölfe-Offensive um den Brasilianer Diego rasch Gefahr herauf. Der 27-Jährige war vor allem im ersten Abschnitt omnipräsent und immer elegant am Ball. Allerdings verzettelte sich Diego zu oft in den Zweikämpfen, zu selten kamen seine filigranen Pässe auch bei den Teamkollegen an. Als es einmal in vorbildlicher Manier klappte, durften sich die Gäste prompt über die Führung freuen: Diegos Steilpass nahm der Portugiese Vieirinha auf und spielte weiter zu Dost, der aus Nahdistanz traf.

Pech hatte Diego mit einem Freistoß auf die Oberkante der Latte (11.) und unmittelbar vor der Pause, als er an Fürths Keeper Wolfgang Hesl scheiterte (43.). Die fränkischen Offensivbemühungen waren zwar mit einem enormen Aufwand und lautstarker Unterstützung der 15 045 Anhänger auf den Tribünen verbunden – aber völlig erfolglos. Früh vergab die kampfstarke Defensiv-Neuerwerbung Jozsef Varga (6.) eine Top-Möglichkeit, im Anschluss konnten auch Lasse Sobiech (25.), Gerald Asamoah (31.), Felix Klaus (35.) und gleich dreimal der Serbe Nikola Djurdjic (40., 47., 53.) keine Torjäger-Qualitäten nachweisen. Den Wölfen war’s nur recht: So lässt es sich gleich entspannter auf die Tabelle blicken.

 

 

Das Spiel im Stenogramm:

SpVgg Greuther Fürth:Hesl – Zimmermann, Sobiech, Mavraj, Baba – Varga, Pekovic – Klaus (45. Prib), Sararer (67. Park) – Asamoah (80. Azemi), Djuridjic

VfL Wolfsburg: Benaglio – Fagner (67. Hasebe), Naldo, Madlung, Schäfer – Träsch, Polák (78. Josué) – Vierinha, Diego, Perišić (45. Olić) - Dost

Tore: 0:1 Dost (23.).

Gelbe Karten: Klaus, Sobiech, Varga / Naldo, Fagner, Träsch

Zuschauer: 15.000

Schiedsrichter: Winkmann (Kerken)

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