Ex-trem schön!

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Der sitzt! Der Ex-Wolfsburger Mario Mandzukic trifft in der 36. Minute gegen den VfL (l. Jan Polak, Alexander Madlung) per herrlichem Fallrückzieher zur 1:0-Führung für die Bayern.

dpa/ib Wolfsburg. Ausgerechnet der! Das dachten sich wohl am Freitagabend alle VfL-Fans unter den 30000 Zuschauern in der rappelvollen VW-Arena. Ausgerechnet der ehemalige Wolfsburger Mario Mandzukic ebnete den Überfliegern von Bayern München den Weg zum glanzlosen 2:0 (1:0)-Sieg in seiner alten Heimat. Ex-trem schön, sein Traumtor zur Führung. Der Rekordmeister setzt seinen rekordverdächtigen Siegeszug also unaufhaltsam fort.

Per Fallrückzieher brachte Mandzukic seinen neuen Arbeitgeber in Führung (36.), den Schlusspunkt setzte Arjen Robben in der Nachspielzeit. Damit untermauerte die Elf von Trainer Jupp Heynckes ihre Ausnahmestellung in der Bundesliga. Zumindest für einen Nacht vergrößerten die Bayern den Vorsprung auf 18 Punkte zum ersten Verfolger Leverkusen.

Artig zollte Heynckes im Anschluss den wackeren Wölfen Respekt. „Das war nicht nur ein Arbeitssieg, wir haben auch gegen einen Gegner gespielt, der sein bestes Saisonspiel gezeigt hat“, urteilte der FCB-Coach. „Die Wolfsburger haben sich total verausgabt. Das war für uns ein schweres Spiel. Wir haben gezeigt, dass wir klasse drauf sind und uns bei Widerstand zu wehren wissen.“

Die Bayern sind seit nunmehr 519 Minuten in der Liga ohne Gegentor. Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking, der in der Hinrunde mit Nürnberg den Rekordmeister noch geärgert hatte (1:1), steckt dagegen weiter im tiefen Mittelmaß fest.

Trotz der bevorstehenden Königs-Aufgaben schickte der Spitzenreiter seine vermeintlich stärkste Elf auf das Feld. Nationalstürmer Mario Gomez und der niederländische Star Arjen Robben also wieder nur Bankdrücker. Munter ging es auch gleich los. Bereits nach drei Minuten hatte Thomas Müller die große Chance zur Führung, als er nach Vorlage von Mandzukic frei zum Kopfball gekommen war. Wer aber dachte, das Spiel wird ein Selbstläufer für den haushohen Favoriten, sah sich getäuscht. Die Niedersachsen machten mit aggressivem Pressing und großer Laufbereitschaft den Bayern lange das Leben schwer und kamen selbst durch überfallartige Konter zu gefährlichen Aktionen. Wie etwa durch Bas Dost, der nach Flanke von Marcel Schäfer knapp den Ball verpasste (6.). Ohnehin sorgten Schäfer und auch Ivica Olic auf der linken Seite für viel Betrieb.

Doch eine Wolfsburger Unachtsamkeit genügte den Bayern zur Führung durch Mandzukic. Der Ex-Wolfsburger betrieb damit wieder Werbung in eigener Sache angesichts der Gerüchte um die Verpflichtung von Dortmunds Robert Lewandowski. Dieser ist aber noch Zukunftsmusik, die Gegenwart bestimmen andere Protagonisten. Und die drängten im zweiten Durchgang auf den zweiten Treffer. Dabei hatte Müller gleich die große Chance, doch Naldo rettete für seinen geschlagenen Torhüter Diego Benaglio auf der Linie (49.).

In der Folgezeit betrieben die Bayern Ergebnisverwaltung, was nicht ohne Risiko war. Denn auf der Gegenseite versuchte Hecking alles und brachte eine Viertelstunde vor Schluss Patrick Helmes ins Spiel, der sein Comeback nach über einem halben Jahr Pause feierte (siehe auch Text rechts). Der Stürmer wäre auch fast Zeuge des Wolfsburger Ausgleichs geworden, als Diego mit einem Freistoß Neuer zu einer Parade zwang. Doch wirkliche Gefahr versprühten die Wölfe gegen das bayerische Beton über 90 Minuten nicht.

 

 

Das Spiel im Stenogramm:

VfL Wolfsburg: Benaglio – Hasebe, Naldo, Madlung, Schäfer – Träsch (75. Fagner), Polak – Vieirinha (75. Helmes), Diego, Olic (65. Perisic) – Dost

FC Bayern München: Neuer – Lahm, van Buyten, Dante, Alaba – Luiz Gustavo, Schweinsteiger – Müller, Kroos (78. Tymoshchuk), Ribery (78. Robben) – Mandzukic (83. Gomez)

Tore: 0:1 Mandzukic (36.), 0:2 Robben (90.+1)

Gelbe Karten: Madlung (24.), Vieirinha (35.), Dost (45.), Hasebe (73.), Naldo (80.) / Ribery (57.), Dante (76.)

Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)

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