Ein 4:0 im Schatten des Mega-Deals

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Wegbereiter des Sieges im letzten Testspiel in China: Ivica Olic (r.) traf gegen Qingdao Jonoon zur Führung. Der Blick der Wölfe richtete sich aber auch auf die Verpflichtung von Kevin de Bruyne.

Sanya/Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Einmal Ende süß-sauer. Wie schon in den zwei vorangegangenen Testspielen in Abu Dhabi ließ Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg am Donnerstag zum Abschluss seiner Fernost-Reise einer eher mauen ersten eine gute zweite Halbzeit folgen. Wichtigeres als das 4:0 (1:0) in China gegen Qingdao Jonoon in Sanya ereignete sich parallel in der Heimat: Dort tüteten die Wölfe den Kaugummi-Transfer von Kevin de Bruyne zu 99,9 Prozent ein!

Der Wunschspieler absolvierte in Wolfsburg den Medizincheck. Niet- und nagelfest ist der Mega-Deal aber noch nicht, da sein Noch-Club FC Chelsea noch nicht alle nötigen Papiere zurückgeschickt hatte. „Wir hoffen aber, das jetzt so weit alles passt“, sagte Manager Klaus Allofs. De Bruyne soll am Sonntag offiziell beim VfL als Neuzugang vorgestellt werden und einen Fünfeinhalb-Jahres-Vertrag bis Sommer 2019 erhalten. Die Ablöse soll bei 20 Millionen Euro liegen – das wäre Rekord!

Im Umkehrschluss wäre durch den Deal der Weg für Ja-Cheol Koo frei: Er wird sich wohl Liga-Rivale FSV Mainz 05 anschließen. Indiz dafür: Der Südkoreaner wurde im Test nicht eingesetzt, um einer Verletzung vorzubeugen. „Es tut uns sehr leid, wenn er uns verlässt. Wir sehen seine Fähigkeiten, aber er ist einfach nicht so glücklich, wie er es sein muss. Wenn wir einen entsprechenden Preis erzielen, dann machen wir das“, sagte Manager Klaus Allofs. Mainz müsste für Koo gut vier Millionen Euro Ablöse bezahlen.

Im Schatten des Mega-Transfers hatten die alteingesessenen Wölfe die Chance, sich für den Rückrunden-Start gegen Hannover 96 zu empfehlen. Coach Dieter Hecking ließ gegen Qingdao Jonoon, Vorletzter der vergangenen Meisterserie in China, zwei verschiedene Formationen ran. Nummer eins kam mit dem Holper-Grün vor 10 000 enthusiastischen Zuschauern nicht so gut zurecht und brachte – neben einem Pfostenkopfball von Junior Malanda – nur das 1:0 durch Ivica Olic (38.) zustande.

Der zweite Anzug saß besser. Wolfsburg schnürte den unterlegenen Gegner ein und legte drei Treffer nach. Dabei traf Stürmer Bas Dost auch im dritten Test für den VfL und sagt „Der Platz war nicht gerade überragend. Wir können zufrieden nach Hause fahren.“ Auch Keeper Diego Benaglio sehnt die Heimkehr herbei: „Das Trainingslager war doch sehr lang. Wir freuen uns alle, wieder bei unseren Familien sein zu können.“

VfL 1. Halbzeit: Benaglio – Ochs, Naldo, Lopes, Schäfer – Medojevic, Malanda – Caligiuri, Arnold – Kutschke, Olic.

VfL 2. Halbzeit: Grün – Träsch, Sprenger, Klose, Rodriguez – Knoche, Luiz Gustavo – Evseev, Diego, Perisic – Dost.

Tore: 1:0 Olic (38.), 2:0 Gustavo (68.), 3:0 Perisic (78.), 4:0 Dost (83.).

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