Saisonaus! Malanda hat noch Glück

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Junior Malanda krümmt sich schmerzverzerrt am Boden: Wolfsburgs Shootingstar handelte sich in Dortmund das Saisonaus ein.

ib/dpa Wolfsburg. „Wir können ihnen weh tun“, hatte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking vor dem DFB-Pokal-Halbfinale bei Borussia Dortmund gesagt. Seelische wie körperliche Schmerzen hatte nach dem extrem bitteren 0:2 am Dienstagabend nur der VfL. Nicht nur, dass die wirbelnden Wölfe den Chancentod starben – sie müssen für den Rest der Saison auch noch auf Shootingstar Junior Malanda verzichten!

Der Belgier war der Pechvogel des Abends. Drei Riesenmöglichkeiten ließ er aus – und zog sich auch noch einen Innenbandanriss im Knie plus eine Kreuzbandzerrung zu, als Sokratis im Strafraum unglücklich auf ihn drauffiel. Sechs bis acht Wochen Pause. Die gestrige Diagnose sorgte in Wolfsburg aber durchaus noch für Erleichterung. Die Verantwortlichen hatten sogar noch Schlimmeres befürchtet. Um eine Operation kommt Malanda herum. „Immerhin ist es nicht der befürchtete Kreuzbandriss. Das ist Glück im Unglück“, sagte Hecking am Tag nach dem Aus. Für den aufblühenden Youngster sei die Zwangspause schade. „Aber wenigstens kann er in der Vorbereitung auf die neue Saison wieder voll angreifen.“

Angreifen. Ein gutes Stichwort. Das will der VfL auch in der neuen Pokal-Runde. „Nächstes Jahr bekommen wir ein schönes Heimlos, und dann ziehen wir ins Finale ein“, sagte Marcel Schäfer trotzig, der in Dortmund Ricardo Rodriguez ersetzt hatte. Schon in der abgelaufenen Saison war der VfL im Halbfinale gescheitert, damals an Bayern (1:6).

Der Stolz auf die eindrucksvolle Leistung gegen den BVB wurde direkt nach dem verpassten Endspiel-Einzug selbstredend von der tiefen Enttäuschung überlagert. „So eine tolle Vorstellung, und am Ende steht man als Verlierer da. Schlimmer geht es nicht“, seufzte Ivica Olic. Auch Keeper Max Grün schüttelte ungläubig den Kopf: „Es ist kaum zu begreifen, dass man eine solche Chance hat liegen lassen. Wenn man unser Spiel nach vorne sieht, hätte es auch 4:2 für uns ausgehen können.“

Manager Klaus Allofs wollte den Stachel aber nicht noch tiefer hineinstechen und übte Nachsicht mit den vergebenen Hochkarätern und zu wenig Vehemenz bei den Gegentoren: „Wenn das alles dazugekommen wäre, wäre das eine Weltklasseleistung gewesen.“ Es fehlen offenbar nur Nuancen. Das ließ auch das Extralob von BVB-Coach Jürgen Klopp für den unterlegenen Gegner erkennen: „Der Weg, auf dem sich die Wolfsburger Mannschaft befindet, ist besorgniserregend gut.“

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