Fit for fun: De Bruyne will in Europapokal

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Im Kreise der künftigen Kollegen: Am Sonnabend trainierte Wolfsburgs Top-Verpflichtung Kevin de Bruyne (2. v. r.) erstmals mit seiner neuen Mannschaft.

dpa/ib Wolfsburg. Die Nummer 14 als Königstransfer 2014: Das passt! Sein erstes Trikot vom VfL Wolfsburg reichte Kevin de Bruyne (22) bei seiner Vorstellung am gestrigen Sonntag gleich weiter. Nicht, weil er es sich anders überlegt hatte. Nein, der Star-Einkauf vom FC Chelsea widmete das Dress seinem Berater Patrick de Koster, dessen Vater eine Woche zuvor verstorben war. Trotzdem sei dieser in der heißen Verhandlungs-Phase stets für ihn da gewesen, berichtete de Bruyne. Ein Belgier mit Herz, den die Wölfe an Land gezogen haben.

Und auch die VfL-Fans sollen den rotblonden Neuzugang schnell in ihr Herz schließen. Seine fast schüchternde Art täuscht: Der offensive Mittelfeldspieler, der am Sonnabend erstmals mittrainierte, ist auf dem Rasen selbstbewusst und schnell. Der 22-Jährige, bei Chelsea nur Edelreservist, brennt auf sein Bundesliga-Comeback. Am liebsten schon am Sonnabend gegen Hannover 96. „Ich habe sechs Monate ohne Winterpause trainiert. Ich bin physisch fit und kann viel laufen“, erklärte de Bruyne auf englisch, nachdem er ein Blitzlichtgewitter durchlaufen hatte. Für seinen Coach Dieter Hecking ist ein Sofort-Debüt nicht ausgeschlossen: „Alles ist möglich, auch dass er von Beginn an spielt.“ De Bruyne wollte nach vier Clubs in zweieinhalb Jahren endlich eine feste Fußball-Heimat finden. Und untermauerte sogleich seine Ambitionen in Wolfsburg: „Das Projekt VfL hat mich überzeugt. Der Europapokal ist auch mein Ziel.“

Mit dem knapp 20 Millionen Euro teuren Wechsel sendet Grün-Weiß ein Signal an die Konkurrenz: Wir greifen an! „Wir haben auf die Situation reagiert. Wenn man Spieler wie Luiz Gustavo oder Kevin de Bruyne zu interessanten Konditionen kriegen kann, dann sollte man zuschlagen“, sagte VfL-Manager Klaus Allofs, der die Qualitäten de Bruynes aus Bremer Tagen kennt. Dieser rettete Werder vergangene Saison mit zehn Toren vor dem Abstieg.

„Wir wollten ihn schon im Sommer holen und sind hartnäckig geblieben. Das war eine Klasse-Aktion von Klaus. Wir sollten jetzt aber nicht alles an Kevin festmachen“, erklärte Hecking. „Auch eine gute Mannschaft braucht immer neue Mosaiksteinchen. Er wird uns von seinen Möglichkeiten her noch ein Stück weiter bringen.“

Das registrieren auch die Liga-Schwergewichte. „Unsere Wahrnehmung bei anderen Clubs kennen wir, aber wir lassen uns nicht treiben“, beschwichtigte Hecking, kündigte aber auch keck an: „Wir wollen den Mannschaften vor uns auf den Pelz rücken.“

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