Fußball – Bundesliga: Labbadia kontert Holtby / Didavi-Einsatz fraglich

„Fühle mich wohler als HSV“

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Wer sitzt hier wem im Nacken!? Der VfL Wolfsburg (l. Josuha Guilavogui) will sich im Abstiegs-Endspiel nicht vom Hamburger SV (Jan-Fiete Arp) abdrängen lassen und dem Klassenerhalt einen großen Schritt näher kommen.

Wolfsburg. Dass sich Geschichte beizeiten wiederholt, ist hinlänglich bekannt. Beim VfL Wolfsburg ging es diesmal aber ganz schnell. Nicht mal ein Jahr ist es her, da hatte der Wolfsburger Fußball-Bundesligist einen Abstiegskrimi gegen den Hamburger SV zu bestreiten.

Der Ausgang ist bekannt, der HSV siegte und war gerettet, Wolfsburg musste in die Relegation. Morgen um 15.30 Uhr ist es noch kein Alles-oder-Nichts-Spiel, doch es könnte für den VfL noch viel schlimmer enden, denn bei einer Niederlage droht sogar der direkte Abstieg.

Mit einem Sieg dagegen verhindern die Wölfe den direkten Gang in die zweite Liga. Für Bruno Labbadia ist es aber nicht nur deshalb ein bedeutsames Aufeinandertreffen mit dem HSV. Der ehemalige Stürmer war gleich mehrmals als Retter der Hamburger eingesprungen und beim Spiel gegen den Karlsruher SC vor drei Jahren Entscheidungsträger. Beeinflussen wird ihn diese mitreißende Vergangenheit jedoch nicht: „Es gibt eine Eigenart, die ich mir angewöhnt habe. In der Zeit, in der ich für einen Verein arbeite, bin ich mit Haut und Haaren dabei.“ Labbadia trennt das Ganze inhaltlich: „Natürlich bewegt mich das kommende Spiel. Aber nur, weil es um uns geht und wir die Punkte gerne haben wollen.“

Die Kampfansage von Lewis Holtby („Ich würde nicht gerne in der Haut der Gejagten stecken“) konterte der VfL-Coach lässig: „Mit fünf Punkten Vorsprung fühle ich mich wohler als der HSV.“ Dass dieser Abstand nicht auf zwei Punkte schmilzt, will auch Josuha Guilavogui verhindern, der nach einem Cut gestern wieder voll mittrainierte. Es ist dennoch nicht klar, ob der Defensivmann auch am Sonnabend schon wieder mitwirken wird. Definitiv ausfallen wird dagegen Ignacio Camacho, der diese Woche gar nicht mit der Mannschaft auf dem Platz war. Auch Daniel Didavis Einsatz ist weiterhin fraglich. Dieser war mit einem grippalen Infekt ausgefallen. Felix Uduokhai wird nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre dagegen wieder in den Kader, vielleicht sogar direkt in die Startelf rutschen.

Den erschreckend schwachen Auftritt von Mönchengladbach hatte Labbadia schon einen Tag danach abgehakt: „Die Konzentration und Motivation sollte in der Woche nur bei uns selbst liegen.“

Neben der normalen Trainingswoche, die laut Labbadia sehr gut lief, setzte der Trainer auf Teambuilding. Nach einer kurzen Einheit am Mittwoch schaute sich die Mannschaft noch gemeinsam einen Film an.

Ob die Wölfe-Offensive dadurch in Fahrt kommt, bleibt abzuwarten. Dabei setzt Labbadia auf immer wiederkehrende Elemente im Training: „Nur durch Wiederholungen komme ich weiter.“ Vielleich sahen sich die VfL-Profis ja den Film „Kick it like Beckham“ an und konnten sich etwas abschauen...

Von Christian Thiemann

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