Fußball – Bundesliga: Müde Wölfe murmeln sich zum 2:1 gegen Köln / 34 Punkte

Frohes Fest dank Santa Naldo!

Seht her! Wie schon in Dortmund half Kopfballriese Naldo (2. v. r.) dem VfL Wolfsburg aus der Patsche und bescherte seinem Team den Abschlusssieg gegen Köln. Bas Dost (r.) hatte vorab ebenfalls per Kopfball getroffen.
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Seht her! Wie schon in Dortmund half Kopfballriese Naldo (2. v. r.) dem VfL Wolfsburg aus der Patsche und bescherte seinem Team den Abschlusssieg gegen Köln. Bas Dost (r.) hatte vorab ebenfalls per Kopfball getroffen.

ib/dpa Wolfsburg. Der Geist und die Beine waren schwach. Aber der Kopf war willig. Und dem VfL Wolfsburg nur recht und billig, um sich und den Fans ein frohes Fest zu bescheren.

Erst Bas Dost und schließlich Santa Naldo: Die ausgelaugten Wölfe murmelten sich gegen den 1. FC Köln zum 2:1 (1:1)-Heimsieg und setzten der Super-Hinrunde mit 34 Punkten den Weihnachts-Stern auf!.

Dank der Kopfball-Treffer von Dost (16.) und Naldo (78.) – Dominic Maroh hatte die Geißböcke zunächst in Führung gebracht (11.) – überwintern die Grün-Weißen mit komfortablen sechs Punkten Vorsprung auf Platz drei. „Besser geht nicht. Vorher hat das niemand erwartet. Wir haben das als Mannschaft sehr gut gemacht“, sagte Dost angesichts der eindeutigen Prinzen-Rolle zur Saisonhalbzeit. Die Kölner indes bleiben durch die Niederlage als Elfter mit 19 Punkten in der Nähe der Abstiegsränge. „Ist okay für einen Aufsteiger“, meinte Torschütze Maroh. „Mir ist nicht bange, wenn wir so weiterarbeiten.“

Der FC sah sich vor 26 824 Zuschauern im Wolfsburger Dauerregen zwar einem dominanten, aber über weite Teile schlapp wirkenden VfL gegenüber. Nach einer durchaus noch ahnsehnlichen ersten halben Stunde flackerte beim VW-Club die Benzin-Anzeige auf. Der Mannschaft von Dieter Hecking fehlte spürbar körperliche wie mentale Frische nach den kräftezehrenden Wochen zuletzt.

Obwohl das Heft des Handelns eindeutig in den Händen der Hausherren lag, sprangen dabei nicht so viele Torchancen wie beim vorherigen Heimspiel gegen den zweiten Aufsteiger aus Paderborn (1:1) heraus. Womöglich lag es am Fehlen von Luiz Gustavo als Antreiber. Für den Brasilianer spielte Junior Malanda neben Josuha Guilavogui auf der Doppel-Sechs, die zusammen zu wenig Durchschlagskraft entwickelten. „Luiz hat schon in Dortmund müde gewirkt“, erklärte Hecking, brachte Gustavo aber nach einer knappen Stunde zusammen mit Maximillian Arnold. Die beiden neuen Sechser setzten in der Offensive mehr Akzente.

Die Kölner hielten mit viel Leidenschaft und Einsatz dagegen. Die Rheinländer suchten bei Balleroberung schnell den Weg nach vorne. Stürmer Anthony Ujah sorgte dabei für mehr Unruhe als sein Nebenmann Marcel Risse. Auch Daniel Halfar, der für den gesperrten Kevin Vogt spielte, hatte ein paar gute Aktionen, etwa einen Lattentreffer (36.).

Halfar war es auch, der mit einem gefühlvollen Heber die Führung durch Maroh vorbereitete. So geschickt der slowenische Innenverteidiger bei seinem ersten Saisontreffer Sebastian Jung aussteigen ließ, so ungeschickt verhielt er sich fünf Minuten später beim Ausgleich des VfL. Maroh ließ Dost entwischen, der die schön getimte Flanke von Jung einköpfte. Bis auf eine Fast-Kopie des Ausgleichs entwickelte der Tabellenzweite der Bundesliga aber keine Tor-Gefahr mehr bis zur Pause.

Nach dem Wechsel kam das Tempo dann nahezu völlig zum Erliegen. „Man hat uns heute angemerkt, dass wir von der Belastung her am Maximum angekommen waren“, erklärte Hecking. Erst ein VfL-Klassiker in der 78. Minute brachte die Entscheidung: Murmeltier Naldo riss sein K.o.-llektiv nach einer Ecke von Kevin de Bruyne aus dem verfrühten Winterschlaf. Die Kölner Abwehr sah dabei schlecht aus. „Man kann nicht alles verteidigen gegen eine so gut in der Offensive ausgerichtete Mannschaft“, räumte Maroh ein.

„Das war ein Sieg des Willens. Köln hat uns alles abverlangt“, bilanzierte Hecking. Auch Naldo, laut Manager Klaus Allofs „der Mann für alle Fälle“, lobte die Gäste: „Köln war die beste Mannschaft, die bei uns gespielt hat.“ Letztlich gab einmal mehr die Effektivität der Wölfe den Ausschlag.

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