Friedrich kündigt Wolfsburg – Magath: „Alles Gute“

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Ohne Angabe von Gründen hat Arne Friedrich am Montag den Vertrag mit dem VfL Wolfsburg aufgelöst.

dpa Wolfsburg. Ein WM-Held am Karriere-Scheidepunkt: Der lange verletzte Fußball-Nationalspieler Arne Friedrich steht nach seiner Vertragsauflösung beim VfL Wolfsburg vor einer ungewissen Zukunft.

Einen konkreten Grund für seine freiwillige Demission nannte der Abwehrroutinier nicht, aber offenkundig sah der 32-Jährige unter Trainer Felix Magath keine Chance mehr auf eine baldiges Comeback. Eine realistische Restchance auf die EM-Teilnahme 2012 hätte er als Wolfsburger Dauer-Reservist nicht.

„Ich habe heute beim VfL Wolfsburg um Auflösung meines Vertrages gebeten“, teilte Friedrich am Montag auf seiner Internetseite mit. Hinter Friedrich liegen zermürbende zwölf Monate, in denen er wegen langwieriger Rückenprobleme nur 15 Bundesligaspiele für den VfL absolvieren konnte und zuletzt in den Planungen Magaths keine Rolle mehr spielte. In dieser Saison spielte Friedrich noch gar nicht für den VfL, musste nach seiner Reha in Berlin zuletzt sogar bei den VfL-Amateuren trainieren.

Magath, der mit Friedrich nie auf einer Wellenlänge gelegen hatte, entsprach dem Ansinnen bereitwillig. „Wir bedauern dies, wünschen ihm natürlich für seine Zukunft alles Gute“, wurde Magath in einer Club-Mitteilung zitiert. Ursprünglich galt der Kontrakt noch bis 2013. Wie es nun mit dem 32-Jährigen weitergeht, ist ungewiss. Ein Karriereende scheint aktuell ausgeschlossen. „Ich werde die nächsten Wochen nutzen, um gut zu überlegen, wie es weitergeht und welchen Weg ich einschlagen möchte“, kündigte der 82-malige Nationalspieler an, der noch 2010 bei der WM in Südafrika zu den Stützen gehört hatte.

Wahrscheinlich ist, dass Friedrich noch einmal angreifen will. Allerdings könnte er sich innerhalb Deutschlands nur bei einem anderen Club fithalten und dann in der Winter-Transferperiode wechseln. Wegen teilweise anderer Wechselfristen bliebe die Möglichkeit eines sofortigen Wechsels ins Ausland.

Dass Friedrich ohne kurzfristige Perspektive um sofortige Vertragsauflösung bat, zeigt, wie unwohl er sich beim VfL unter Magath gefühlt haben muss. Friedrich hätte auch weiter in Wolfsburg ums Comeback kämpfen und notfalls im Winter wechseln können.

Friedrich war nach dem Abstieg seines Ex-Clubs Hertha BSC 2010 zum VfL gekommen, spielte aber nur 15 Mal für die Wölfe. Nach der WM 2010 war der Routinier wegen eines Bandscheibenvorfalls die komplette Hinrunde der Vorsaison ausgefallen. Weil im Juni erneut Probleme auftraten, fehlte Friedrich wieder die komplette Vorbereitung. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits Spannungen zwischen ihm und Alleinherrscher Magath.

Mitten im Kampf um den Klassenverbleib mit dem VfL hatte Magath den Verteidiger öffentlich zum Sündenbock für das 1:2 gegen Kaiserslautern am 33. Spieltag der Vorsaison abgestempelt. Im Sommer hatte Magath verwundert auf die erneuten Probleme Friedrichs an der operierten Bandscheibe reagiert und indirekt immer mal wieder ein mögliches Karriereende Friedrichs angedeutet. Noch Mitte August hatte Magath gesagt, nicht zu wissen, „wie es mit Arne Friedrich weitergeht“.

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