Frauenfußball – Bundesliga: VfL bestreitet Herzschlagfinale in Frankfurt / Kellermann: „Wir wollen Meister werden“

Fotofinish: Wolfsburg hofft auf Flashback!

Wolfsburgs Alexandra Popp entschied 2014 das Herzschlagfinale gegen Frankfurt – was passiert dieses Mal?
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Wolfsburgs Alexandra Popp entschied 2014 das Herzschlagfinale gegen Frankfurt – was passiert dieses Mal?
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Wolfsburg. Wieder ein Herzschlagfinale. Wieder gegen den 1. FFC Frankfurt. Im Grunde ist vor dem letzten Spieltag in der Frauenfußball-Bundesliga am kommenden Sonntag (14 Uhr) alles wie im Vorjahr für den VfL Wolfsburg. Eben nur spiegelverkehrt.

Auswärts- statt Heimspiel – und die Pole Position statt der Verfolgerrolle.

Dieses Mal sind es die Wölfinnen, die mit einer Nasenlänge Vorsprung beim Kopf-an-Kopf-Rennen auf die Zielgerade einbiegen. Meister, Vize oder nur weinender Dritter (gleichbedeutend mit dem Verpassen der Champions League): Alle Szenarien sind denkbar vor dem Fotofinish. Denn mit Bayern München (spielt zuhause gegen die SGS Essen) mischt noch ein dritter Anwärter auf die Schale mit.

Doch die Entscheidung fällt in und gegen Frankfurt. Gut elf Monate ist es her, da avancierte Alexandra Popp zur Wolfsburger Drama-Queen: Auf den allerletzten Drücker köpfte die Nationalstürmerin ihr Team zur Meisterschaft. Bilder, die bei den Protagonisten möglicherweise einen Flashback auslösen können. VfL-Trainer Ralf Kellermann sieht Grün-Weiß gefestigt für die Nervenkrieg-Neuauflage. „Es gibt zusätzliche Sicherheit, wenn man weiß, dass wir in den vergangenen Jahren immer wieder entscheidende Spiele gewonnen haben. Das ist eine mentale Stärke, die sich die Mannschaft angeeignet hat. Darauf vertrauen wir auch jetzt.“

Trotz großer Personalprobleme und der „Mammut-Belastung“ auf drei Hochzeiten hat sich Wolfsburg nach 21 von 22 Spieltagen an der Spitze behauptet. Und das soll auch noch nach den 90 ultimativen Minuten im Frankfurter Stadion am Brentano-Bad so sein, betont Kellermann. „Wir wollen Meister werden und so werden wir auch auftreten. Für uns zählt nur ein Sieg.“ Denn bei einem Remis wäre der aktuelle Tabellenzweite München im Falle des Pflichtsieges gegen Essen der Nutznießer. Den größeren Druck sieht Kellermann beim – speziell offensiv hochkarätig bestückten – Gegner aus Frankfurt.

Um im Vorfeld vor bösen Überraschungen gefeit zu sein, hat der VfL die Countdown-Zeit bis zum Anpfiff am Sonntag um 14 Uhr (live im HR, auf Eurosport sowie auf den Internet-Streams von NDR und DFB-TV) neu strukturiert. Der Bahn-Streik zieht seine Kreise. Das Team bricht bereits heute Mittag nach einem Training per Bus nach Hessen auf und wird dort morgen nochmals eine Einheit einstreuen.

Unklar ist, welches Aufgebot Kellermann für den Endspurt aufbieten kann. Vanessa Bernauer (Innenbanddehnung) und Lena Goeßling (Muskelreizung) mussten eine Zwangspause nach dem Triumph im DFB-Pokal-Finale einlegen. Unsicher ist auch, ob Verena Faißt (grippaler Infekt) wieder rechtzeitig auf die Beine kommt. Dafür meldete sich Isabell Kerschowski wieder fit. Kellermann nimmt das Lazarett gelassen: „Das sind wir ja gewohnt.“ Genauso wie das Feiern nach Finalspielen...

Von Ingo Barrenscheen

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