Für Fans zerreißen und siegen

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Alles in die Waagschale werfen: Der VfL Wolfsburg (r. Marcel Schäfer) will heute mit Leidenschaft und einem Sieg die Fans wieder stolz machen.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Nicht nur Banken stellen Kredite aus. Auch die Fans des VfL Wolfsburg gewähren ihrem Klub trotz – oder gerade wegen – der Krise ein Darlehen in Form einer ausverkauften VW-Arena gegen Schalke 04. Dieses müssten die Wölfe heute mit Zinseszins zurückzahlen, fordert Steve McClaren.

Nicht die sportlich brenzlige Lage, nicht sein eigener Stuhl – nein, die grün-weiße Anhängerschar sei der Hauptgrund für eine leidenschaftliche Leistung und einen Sieg gegen S04, sagt der VfL-Trainer. „Wir müssen mehr für unsere Anhänger spielen als für jeden anderen und ein Ergebnis abliefern, das die Fans wieder stolz auf uns macht“, verlangt McClaren. Dieses Mal also der umgekehrte Ansatz: Nach den drei Auftaktpleiten war der Engländer vor dem Derby gegen Hannover zur Kurve marschiert und hatte den Einpeitscher gegeben. Jetzt steckt Wolfsburg wieder in der Klemme – und der Coach packt seine Profis bei der Ehre. Die elf auf dem Rasen müssen den zwölften Mann oben auf der Tribüne mitreißen. Unter der Woche gaben sich die Wölfe im Training extrem giftig. Doch diese Eindrücke können täuschen, das hat die jüngste Vergangenheit offen gelegt. McClaren wertet die Einsatzfreude dennoch als Positiv-Wink: „Nach der Enttäuschung am vergangenen Spieltag habe ich in dieser Woche viele positive Reaktionen meiner Mannschaft gesehen.“ Heute gegen Ex-Coach Felix Magath ruft er das Musketier-Motto aus: Einer für alle, alle für einen! Das Spiel gegen Königsblau sei eine Chance, „Antworten auf die Fragen und Kritiken der letzten Tage zu geben“. Geht’s wieder schief, bricht in Wolfsburg wohl oder übel der Abstiegskampf aus. Möglich, dass McClaren zu seinem altbewährten 4-2-3-1-System zurückkehrt, das er bereits in der zweiten Hälfte in Frankfurt (1:3) praktizieren ließ. Womöglich dann ohne Sascha Riether: Der Nationalspieler laboriert an einer Innenband-Dehnung im Knie. Sein Einsatz entscheidet sich erst kurz vor Anpfiff. „Sascha ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Wenn er ausfallen sollte, erwarte ich aber von jedem anderen, der für ihn auf den Platz kommt, dass er einen guten Job macht.“

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