Erster Schritt aus der Krise

Diego ebnet den Weg aus der Krise: Mit einem spektakulären Fallrückzieher bringt der Brasilianer in dieser Szene den VfL gegen Hannover 96 mit 1:0 in Führung.

Wolfsburg - Von Arek Marud . Es war kein großes Spiel, aber "drei große Punkte", wie Trainer Steve McClaren feststellte. Nach drei Niederlagen in Folge hat der VfL Wolfsburg mit dem 2:0 über Hannover 96 die Pulverfass-Stimmung entschärft.

"In unserer Situation war das ein sehr wichtiger Sieg", atmete Manager Dieter Hoeneß auf. Ausgerechnet vor dem Nord-Derby gegen den Hamburger SV am Mittwoch zeigte McClaren, was er seinem Vorgänger Armin Veh voraus hat. Statt wie der Ex-Coach stur an seinem System festzuhalten, rückte der Engländer von bisherigen Vorstellungen ab und kehrte zur Meistertaktik mit zwei Sturmspitzen und einer Mittelfeldraute zurück. "Es war wichtig, etwas zu ändern, um ein Signal zu setzen, dass wir nach vorne spielen und aggressiv sein wollen", lobte Hoeneß die Flexibilität McClarens, der seinen ersten Bundesliga-Sieg der individuellen Klasse von Diego und einem Patzer von 96-Keeper Florian Fromlowitz zu verdanken hatte. Mit einem ebenso spektakulären wie umstrittenen Fallrückzieher-Tor brachte der Brasilianer die Wölfe mit 1:0 in Führung (55.). Zwölf Minuten später nutzte Edin Dzeko einen Patzer des Gäste-Keepers zum 2:0 aus, der einer endgültigen Erlösung glich. "Ich bin froh, dass wir gewonnen haben, denn der Druck war nach den drei Niederlagen schon sehr groß", sagte der Bosnier. Bitter nötig hätte der VfL dieses Erfolgserlebnis gehabt, meinte der starke Makoto Hasebe nach dem sechsten Sieg in Folge gegen die Roten. Nie zuvor gelang einem Klub ein solches Kunststück gegen einen anderen Bundesligisten. Als "Neubeginn" wertete Grafite den ersten Dreier im vierten Saisonspiel, in dem der VfL den Ton angab. Doch nur in der Anfangsviertelstunde ließen die Wolfsburger ihre bisher selten gezeigte Klasse aufblitzen. Dzeko mit zwei Kopfbällen (8., 10.) und der freistehende Marcel Schäfer (13.) verpassten die Führung. Erst nach rund 25 Minuten hatten die Gäste "das Netz ausgeworfen" (Trainer Mirko Slomka). Es blieb aber bei zaghaften Fang-Versuchen. Die fette Beute machte nur der hinten sicher stehende VfL nach der Pause, ohne spielerischen Glanz zu versprühen. "Das war kein brillanter, aber ein erkämpfter Sieg", sagte Hoeneß, der eine "Anspannung" bei seinen Spielern ausgemacht hatte. Selbst nach dem 1:0. "Da hat man noch etwas Unsicherheit gespürt", so Hasebe. Für Entwarnung ist es laut Hoeneß noch zu früh. "Das war nur der erste Schritt, die nächsten müssen jetzt folgen."

Das Spiel im Stenogramm:

VfL: Benaglio (Note 3) – Riether (4/39. Pekarik/3), Barzagli (2), Kjær (4), Schäfer (3) – Josué (3) – Hasebe (3), Kahlenberg (3) – Diego (3/66. Dejagah) - Grafite (4/85. Mandzukic) - Dzeko (3)

Hannover: Fromlowitz – Cherundolo, Avevor, Schulz, Djakpa – Pinto, Schmiedebach (71. Stindl) – Stoppelkamp (83. Forssell), Rausch (76. Beasley) – Ya Konan, Abdellaoue

Tore: 1:0 Diego (55.), 2:0 Dzeko (67.)

Gelbe Karten: Diego, Josué / Schmiedebach, Schulz

Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Landshut)

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