Einfühlsame Geste für Schalk Schäfer

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Ein Herz für Wolfsburg: Vieirinha liebt den VfL, die VfL-Fans lieben Vieirinha jeden Tag ein bisschen mehr. Gegen Schalke glänzte der Tempo-Dribbler und erzielte ein Tor.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Schon nach dem Derby in Hannover hatten die Fans des VfL Wolfsburg feines Gespür bewiesen. Bei der Hurra-Heimpremiere am Sonnabend gegen Schalke 04 (4:0) abermals. Aus dem Reigen ihrer Helden wählten sich keinen Offensichtlichen wie etwa Neuzugang Luiz Gustavo oder Knappen-Knacker Robin Knoche. Nein, sie holten Marcel Schäfer zu einer Humba-Einlage auf den Zaun.

Eine ausdrucksstarke Geste für den Edelreservisten, der zuletzt von Bundesliga-Rivale Werder Bremen umworben worden war. Doch VfL-Manager Klaus Allofs schob den Avancen seines Ex-Clubs gleich einen Riegel vor. Und als wollten Wolfsburgs Supporters dieses Veto noch unterstreichen, riefen sie den Außenbahner ans Megaphon. Die Fans haben ihren „Schäfi“ nicht vergessen. Auch wenn dieser aktuell mit der Rolle des Einwechselspielers leben muss, von der Bank aus aber stets noch einmal für Schwung sorgte. So auch gegen S04, als der dienstälteste VfLer (seit 2007) das 4:0 durch Stefan Kutschke mustergültig vorbereitete.

Auf die Frage, ob er über die Rolle als Zaun-König überrascht gewesen sei, antwortete Schäfer schmunzelnd: „Vielleicht haben sie mich ja wegen meiner schönen Stimme ausgewählt...“ Der 29-Jährige erlaubte sich einen kleinen Scherz, gab absichtlich die falschen Buchstaben beim Schlachtruf vor. „Ich wollte gucken, ob sie aufpassen. Die meisten sind drauf reingefallen“, meinte der Schalk augenzwinkernd.

Ansonsten befand er sich aber auf einer Wellenlänge mit der Nordkurve. Diese hatte gesungen: „Oh, wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen...“ Dem konnte sich Schäfer „nur anschließen“.

Einer, der es am Sonnabend sicherlich auch verdient gehabt hätte, die Tanzeinlage der Wölfe zu initiieren, war Vieirinha. Wolfsburgs Wirbelwind wird immer wertvoller und entwickelt nun offenbar auch Torgefahr. Die erste hundertprozentige Chance in Halbzeit eins hatte der portugiesische Nationalspieler noch sträflich liegen lassen, die zweite saß. Zudem knallte er das Leder noch einmal an den Pfosten. Nach nur einem Tor in der Vorsaison ist der Knoten womöglich geplatzt. „Jetzt mal langsam“, beschwichtigte Zaubermaus Vieirinha. „Es war erst das zweite Spiel. Natürlich hoffe ich, dass es so weitergeht. Aber wichtig ist, dass das Team gewinnt.“

Auch Allofs wollte noch nicht zu sehr in Euphorie verfallen. Ist denn die Heimschwäche der Vorsaison mit dem 4:0 vertrieben? Der VfL-Manager: „Das weiß ich nicht genau und stelle die Frage 14 Tage zurück. Aber wenn wir so spielen, sollten wir mehr Spiele zuhause gewinnen...“

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