Auf einer Felge ins Finale

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Viel Pech: Junior Malanda (l.) vergab für die Wölfe einige klare Chancen, traf mit einem Kopfball den Pfosten und schied mit einer Verletzung in der zweiten Halbzeit aus.

dpa/mj Dortmund. Die einen waren heiß auf das Halbfinale. Die anderen eiskalt vor dem Finale. Borussia Dortmund gab dem VfL Wolfsburg im Halbfinale des DFB-Pokals Anschauungsunterricht in effektiver Chancenverwertung und zog nach einem Kraftakt mit einem 2:0 (2:0) in das Endspiel (Sonnabend, 17. Mai) ein.

Vor 80 645 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park schossen Henrikh Mkhitaryan (12.) und Robert Lewandowski (43.) in einem hochklassigen Spiel die Tore für den BVB. Die mutigen und unermüdlichen Wölfe hatten viele Chancen und mehrfach Pech. Luiz Gustavo und Junior Malanda scheiterten jeweils am Dortmunder Torgestänge.

„Wir haben Glück gehabt, aber das hat sich die Mannschaft auch verdient“, kommentierte BVB-Coach Jürgen Klopp und fasste zusammen: „Auf einer Felge ins Finale.“ BVB-Kapitän Sebastian Kehl pflichtete seinem Trainer bei: „Das war ein hartes Stück Arbeit.“ Nur phasenweise zeigten die Hausherren gegen einen starken Wolfsburger Gegner ihren berauschenden Tempo-Fußball.

Zehn Tage nach dem 2:1-Sieg im Liga-Duell brauchten die Schwarz-Gelben diesmal keine Halbzeit, um in Schwung zu kommen. Stattdessen lieferten sich beide Mannschaften in ihrem ersten Duell im nationalen Pokal-Wettbewerb von der ersten Minute an ein rasantes Spiel. Kein Geplänkel, keine Ballhalterei. Grund zum Jubeln hatten aber nur die sangesfreudigen BVB-Fans. Bei einem der schnellen Dortmunder Konter kurvte Mkhitaryan von der rechten Seite nach innen und zog ins kurze Eck ab – 1:0.

Nur zeigte sich Wolfsburg davon überhaupt nicht beeindruckt. So wie vor einem Jahr ebenfalls in der Vorschlussrunde beim 1:6 gegen den späteren Titelträger FC Bayern München wollten sich die Wölfe auf keinen Fall wieder verabschieden. Allerdings gelang ihnen einfach kein Tor. Gustavo (18.), Ivica Olic (19.), Kevin de Bruyne (21.), Olic und Naldo (33.) sowie Junior Malanda und de Bruyne (42.) scheiterten.

Und wurden prompt von den Gastgebern bestraft, die den Wolfsburgern zwar mehr Spielanteile überließen, mit ihren ungemein schnellen Kontern aber brandgefährlich waren. Wie schon beim ersten Treffer leistete der starke Marco Reus die Vorarbeit. Diesmal vollendete Lewandowski, der kurz nach der Pause noch den Außenpfosten traf, mit seinem 100. Pflichtspieltor für den BVB.

Dennoch gaben sich die Wölfe nicht geschlagen. Maximilian Arnold (51.) verzog aus 16 Metern, Olic zielte bei einem Kopfballversuch zu ungenau (69.) und dann jagte Junior Malanda (75.) den Ball aus rund fünf Metern über den Kasten von Roman Weidenfeller.

Fünf Minuten später lenkte der BVB-Keeper einen Gustavo-Versuch an den Pfosten. Für den VfL reichte es erneut nicht zum ersten Finale seit 1995. „Das ist schade, die Mannschaft hat mehr verdient. Was uns fehlt, ist die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss“, meinte Sport-Geschäftsführer Klaus Allofs. Darin war der BVB den Wölfen noch den einen entscheidenden Schritt voraus.

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