Fußball – Bundesliga: Mario Gomez erlöst Wolfsburg mit spätem Siegtor gegen dezimierten HSV

Eine schwere Geburt mit Happy End

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Die Erlösung: Mario Gomez (2. v. r.) hat nach feiner Vorarbeit von Paul-Georges Ntep (r.) das goldene Tor für den VfL Wolfsburg gegen den Hamburger SV erzielt.

ib/dpa Wolfsburg. Wohlwollend betrachtet ließ sich der Neuanfang/das Hinrundenende in der Fußball-Bundesliga aus Sicht des VfL Wolfsburg in die Schublade Anlaufschwierigkeiten stecken.

Immerhin: Die Wölfe tüteten im Nord-Kellerduell gegen den Hamburger SV den dritten, dringend benötigten Sieg in Serie ein. Das erlösende 1:0 (0:0) durch Mario Gomez fiel trotz langwieriger Überzahl – Albin Ekdal hatte Gelb-Rot gesehen (34. ) – allerdings erst in der 83. Minute.

Eine schwere, schwere (Wieder-)Geburt für die teilerneuerten Grün-Weißen nach der Winterpause. Der Platzverweis gegen Hamburgs Ekdal hatte sich mit leichter Verzögerung, sprich nach dem Seitenwechsel, seltsamerweise eher als Hemmschuh denn als Vorteil für die Wolfsburger erwiesen. Der neue VfL-Sportdirektor Olaf Rebbe wählte bei der Analyse, wie weite Teile des Teams, einen pragmatischen Ansatz: „Es geht nicht um berauschend, es geht nur um die Punkte in diesem Moment.“ Lässt sich so durchaus unterschreiben angesichts der kniffligen Ausgangslage für beide Parteien. Auch Leitwolf Valérien Ismaël wollte die psychologische Komponente beim Stotter-Start – was im Gegensatz zu anderen Bundesliga-Standorten am Sonnabend nicht an eisigen Minusgraden lag... – nicht ausklammern: „Man hat gesehen, dass wir durch die Tabellensituation noch richtig Druck hatten. Die Leichtigkeit hat gefehlt“, sagte Ismaël nach dem nicht unverdienten, aber durchaus glücklichen Erfolg.

Selbst der Umstand, dass der HSV notgedrungen durch den kurzfristigen Ausfall von Johan Djourou beim Aufwärmen mit einer komplett neuen Innenverteidigung auflaufen musste, spielte dem VfL nicht in die Karten. Der frühere Kölner Mergim Mavraj und der von RB Leipzig ausgeliehene Kyriakos Papadopoulos zeigten starke Leistungen und stellten den für gut 30 Millionen Euro aufgemotzten Kader der Gastgeber vor große Probleme. „Sie treten so auf, als hätten sie nie woanders gespielt“, sagte der neue Hamburger Sportchef Jens Todt.

Nach Ekdals völlig überflüssiger Ampelkarte entpuppte sich der Bundesliga-Dino lange Zeit als ein unbequemer Gegner für die Ismaël-Schützlinge. In der von Bruchhagen zum „Königsspiel“ ausgerufenen Partie hielten die Hamburger nach dem Pause gut mit, versprühten sogar einen Hauch mehr Torgefahr. „Der Grundauftritt war gut“, befand Todt.

Wolfsburgs Spiel verlagerte sich fast immer nur in die Breite, nicht in die Tiefe. So beschworen die Hausherren vor ausverkauftem Haus nur selten Gefahren-Momente herauf. Bis auf die entscheidende 83. Minute: Da zündete der überzeugende Neuzugang Paul-Georges Ntep den Turbo und bereitete in Co-Produktion mit Joker Borja Mayoral das Tor des Tages durch Gomez vor. Für den Nationalstürmer übrigens der erste Treffer in der Volkswagen Arena.

Wie von der Tarantel gestocken jagte auch Ismaël nach dem 1:0 Richtung Eckfahnen-Traube. „Es freut mich einfach, dass wir uns für eine tolle Vorbereitung belohnt haben.“ Mit nun 19 Punkten hat sich Wolfsburg etwas Luft verschafft und sechs Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge.

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