Dzeko/Grafite auf der Kippe

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Können sie am Sonntag bei St. Pauli gemeinsam jubeln? Können sie überhaupt jubeln? Grafite (v. l.) und Edin Dzeko drohen am Sonntag auszufallen. Ob Spielmacher Diego (r.) schon erste Stoßgebete gen Himmel schickt?

Wolfsburg. Als wäre die Lage nicht kompliziert genug: Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg muss am Sonntag (17.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli womöglich seinen Paradesturm Edin Dzeko/Grafite ersetzen.

Dzeko bekam beim Länderspiel mit Bosnien (3:2 in der Slowakei) einen Schlag auf den Knöchel und musste gestern mit dem Training aussetzen. „Am Donnerstag war der Fuß stark geschwollen. Jetzt ist es aber schon besser, ich bin zuversichtlich für Sonntag“, sagte der Torschützenkönig. Sturmpartner Grafite ist ebenfalls nicht fit, brach das gestrige Training wegen muskulärer Probleme ab. Auch Diego bekam einen Schlag ab und ging vorzeitig in die Kabine. „Reine Vorsichtsmaßnahme“, beruhigte Co-Trainer Pierre Littbarski. Der Ausfall des Torjäger-Duos, auf dessen Konto 15 der 20 Saisontreffer gehen, würde den VfL in seiner ohnehin misslichen Lage schwer treffen. Die Rückkehr zu McClarens Lieblingssystem, das in Wolfsburg zu Saisonbeginn gnadenlos scheiterte, wäre vorprogrammiert, Mario Mandzukic in dem 4-2-3-1-Konstrukt wäre erster Nachrücker. Ashkan Dejagah fehlt ohnehin wegen Rotsperre. Doch McClaren lässt in den verbleibenden fünf Hinrundenspielen keine Alibis gelten, aus Angst vor dem endgültigen Absturz. „Diese Spiele sind extrem wichtig für uns, und wir sollten möglichst viele Punkte sammeln.“ In einem Punkt irrt der Engländer. Vor den Spielen am Millerntor und in Köln spricht er „von einer großen Chance, weiter nach vorne zu kommen“. Korrekterweise müsste der Satz „endlich nach vorne zu kommen“ kommen. Platz zwölf und die Abstiegsränge im Rückspiegel sind ein echtes Desaster. Im Interview mit dem „kicker“ hat McClaren jüngst erstmals öffentlich Neuzugänge in der Winterpause gefordert. Dem VfL fehlt ein gefährlicher Außenbahn-Spieler und neben Josué ein weiterer Mittelfeld-Abräumer. Zunächst ist das aktuelle Personal gefordert. „Wir bekommen zu viele Tore, das müssen wir abstellen. Für dieses Problem ist die ganze Mannschaft zuständig.“ Falls diese ähnlich engagiert wie gegen Schalke (2:2) zu Werke geht, ist Besserung nur eine Frage der Zeit, glaubt McClaren: „Sollten wir in den kommenden Spielen so auftreten, halte ich es für realistisch, mit 25 Punkten in die Winterpause zu gehen.“

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