Fußball – Bundesliga: VfL Wolfsburg zeigt beim 1:1 gegen Werder Bremen zwei grundverschiedene Halbzeiten

Durchwachsenes Debüt nach Trainer-Tausch

Verkeilt: Wolfsburgs Paul Verhaegh (hinten) und Werders Florian Kainz kämpfen um den Ball. Der VfL und Bremen trennten sich nach zwei verschiedenen Halbzeiten mit einem 1:1.
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Verkeilt: Wolfsburgs Paul Verhaegh (hinten) und Werders Florian Kainz kämpfen um den Ball. Der VfL und Bremen trennten sich nach zwei verschiedenen Halbzeiten mit einem 1:1.

dpa/ib Wolfsburg. Der Englische-Wochen-Patient VfL Wolfsburg: Er hat durch den Trainer-Tausch keine Blitzheilung erfahren.

Einen Tag nach seinem Amtsantritt musste der frisch installierte Coach Martin Schmidt mit seinem neuen Club mit einem mageren 1:1 (1:0)-Unentschieden gegen den zweiten kriselnden und obendrein stark ersatzgeschwächten Nordclub SV Werder Bremen begnügen.

Die Wölfe offenbarten in der zweiten Halbzeit altbekannte Schwächen. Nach der verdienten Führung durch Divock Origi (28.) und starker ersten Halbzeit wirkte der VfL auch unter dem erst tags zuvor für den glücklosen Andries Jonker verpflichteten Schmidt seltsam orientierungslos. Fin Bartels (56.) traf für die nach der Pause dominierenden Gäste zum Ausgleich. Allerdings bleibt Werder trotz des Punktes nach fünf Spieltagen weiter sieglos und droht heute auf den letzten Tabellenplatz zurückzufallen.

30 Stunden nach seiner Verpflichtung saß Schmidt bereits für Jonker auf der Bank. Der Niederländer hatte dem VfL trotz der Relegations-Rettung keine wirkliche Idee vermitteln können und musste seinen Hut nach nur vier Spieltagen nehmen. Manager Olaf Rebbe bewies bislang kein gutes Händchen bei seinen Trainer-Verpflichtungen und steht langsam selbst unter Druck.

Schmidt hatte vor dem Anpfiff vor allem Zug zum Tor gefordert. „Wir wollen schon richtig in die Box rein“, sagte der 50-Jährige. Tatsächlich begann Wolfsburg vor 26 174 Zuschauern bemüht, das Spiel zu dominieren und Druck aufzubauen. Die erste echte Torchance erspielten sich die Wölfe aber erst nach knapp einer halben Stunde – und die führte auch sogleich zur Führung. Nach einer scharfen Hereingabe von Paul-Georges Ntep ließ die Bremer Innenverteidigung die Liverpool-Leihgabe Origi bereitwillig zum 1:0 abstauben.

Immer wieder animierte der engagierte Schmidt seine Spieler am Spielfeldrand zur Offensive und Leidenschaft. Tatsächlich war Wolfsburg gegen die ersatzgeschwächten Bremer spätestens nach der Führung klar spielbestimmend und deutlich überlegen. In der Defensive hatte Schmidt im Vergleich zu Jonker wieder auf eine Viererkette umgestellt und setzte im Mittelfeld zudem auf seinen alten Mainzer Schützling Yunus Malli.

Nach einer schwachen ersten Hälfte wechselte Werder-Coach Alexander Nouri doppelt und gab Neuzugang Ishak Belfodil sowie Philipp Bargfrede eine Chance. Ein guter Griff. Bremen steigerte sich danach offensiv deutlich und wurde belohnt. Fin Bartels köpfte nach Flanke von Thomas Delaney zum Ausgleich ein (56.). Wolfsburg verfiel in alte Verhaltensmuster, wirkte in der zweiten Hälfte vollkommen orientierungslos und verlor jegliche Stabilität. Die taumelnden Gastgeber konnten von Glück sagen, dass Werder seine dicken Chancen ausließ. „Wir hatten noch genug Chancen, um das Spiel komplett zu drehen. Wir hätten das in der zweiten Halbzeit auch verdient gehabt“, meinte Bartels.

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