Durchhalteparolen statt Predigt à la Podolski

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Zu passiv im Spiel, zurückhaltend in der Analyse. Die Wolfsburger (l. Arne Friedrich) übertrafen sich mal wieder in öden Phrasen.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen.  Das Schreckgespenst Abstieg nimmt immer mehr Konturen an. Doch drastische Selbst-Kritik, wie sie Lukas Podolski vom kommenden Gegner Köln am Sonnabend vom Stapel ließ, klang bei den Spielern des VfL Wolfsburg selbst nach dem enttäuschenden 2:2 gegen St. Pauli kaum an.

Stattdessen wiederholt Durchhalteparolen und Schönrednerei. Die Wölfe schwafeln sich Richtung 2. Liga! Während der am kommenden Sonntag wegen seiner fünften gelben Karte gesperrte Kölner Kapitän Podolski nach der 1:3-Pleite gegen Stuttgart richtig loslederte („Die Mannschaft war leblos. Momentan ist kein Zusammenhalt drin“), droschen die VfL-Profis eher Standard-Phrasen. „Wir haben gut dagegengehalten. Wenn man den Spielverlauf sieht, muss man am Ende froh sein über den Punkt“, gab Sascha Riether zu Protokoll.

Kapitän Marcel Schäfer fand in Ansätzen deutliche Worte: „Wir müssen uns hinterfragen und den unbedingten Willen zeigen. Ich muss ehrlich sagen, dass St. Pauli das offenbar mehr begriffen hat als wir.“ Bei den Gegentoren sprach er von „eklatanten Ballverlusten“.

Mit Blick auf die trostlose Tabelle vertrat Riether eine ganz exklusive Meinung: „Es hat sich nicht viel verändert.“ Wie bitte!? Sicherlich: Durch das Remis wahrte Wolfsburg gegenüber St. Pauli den Relegationsrang. Doch der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze ist auf vier Zähler angewachsen. Riether blieb nichts als die alte Leier: „Wir müssen das Spiel jetzt erst einmal verdauen und gegen Köln gewinnen.“

Schäfer versuchte seine Mitstreiter wachzurütteln: „Es sind nicht mehr viele Spieltage Zeit.“ Offenbar schafft es auch Felix Magath nicht, dem VfL neues Leben einzuhauchen. Das Trainingslager im Kloster Riddagshausen beschwor auch keinen neuen Geist.

Angesprochen auf den Trainer-Effekt sagte Riether: „Verpufft würde ich nicht sagen. Für den Trainer ist es auch schwer, er hat nicht viel Zeit.“ Doch der Rechtsverteidiger ist sich sicher: „Er wird Mittel finden, damit wir die Köpfe wieder hochkriegen.“

Schäfer drückte es so aus: „Es ist egal, was wir machen – wir müssen zusehen, dass wir gegen Köln drei Punkte holen.“

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