Fußball – Bundesliga: Tedesco wurde in Wolfsburg abgelehnt und trifft nun mit Schalke auf den VfL

Das Duell mit dem Verschmähten

Höhenflug oder Sturzflug? Der VfL Wolfsburg (2. v. r. Jakub Blaszczykowski) hofft nach dem Pokalsieg gegen Hannover darauf, nun auch endlich in der Bundesliga zu siegen. Foto: dpa
+
Höhenflug oder Sturzflug? Der VfL Wolfsburg (2. v. r. Jakub Blaszczykowski) hofft nach dem Pokalsieg gegen Hannover darauf, nun auch endlich in der Bundesliga zu siegen.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
    schließen

Wolfsburg. Man(n) lernt nie aus. Mit stolzen 35 Jahren musste Naldo, seit mehr als einem Jahrzehnt ein gestandener Bundesliga-Profi, seine Spielweise im Herbst seiner Karriere noch einmal umstellen. Verursacht hat diesen Wandel Domenico Tedesco.

Dieser verlangt vom Brasilianer, die Gegenspieler früher zu attackieren. Fast hätte es dieses progressive Trainer-Turm-Tandem auch beim kommenden Bundesliga-Gegner VfL Wolfsburg (Samstag, 15. 30 Uhr) gegeben. Doch Naldo wechselte im Sommer 2016 von Grün-Weiß zu Königsblau. Und Tedesco gut ein halbes Jahr später nicht zum VfL.

Dabei hatte er sich selbst, wie in dieser Woche bekannt wurde, bei den kriselnden Wölfen angeboten. VfL-Sportdirektor Olaf Rebbe gab der damals noch unbekannten Größe aber einen Korb und entschied sich stattdessen wenig später für Andries Jonker. Der Werdegang ist bekannt. Der Holländer ist schon nicht mehr im Amt. Tedesco hingegen arbeite sich in Windeseile vom Hoffenheimer U19-Coach über Zweitligist Erzgebirge Aue hoch ins deutsche Oberhaus.

Und hat sich auch dort relativ schnell etabliert. Unter dem 32-Jährigen läuft es relativ rund bisher im Revier. Schalke auf Platz fünf und Europapokal-Kurs. So soll es weitergehen. „Wenn wir gegen Wolfsburg nachlegen können, stehen wir insgesamt gut da“, sagte S04-Akteur Bastian Oczipka. Und auch Naldos Erfolgshunger ist noch nicht gestillt: „Nachdem wir nun dreimal in Folge gewonnen haben, ist das Selbstvertrauen da. Gegen Wolfsburg wollen wir so weitermachen und erneut auf Sieg spielen.“ Sinnbild für den Schalker Aufschwung ist Franco di Santo. Unter Tedesco ist der argentinische Stürmer aus der tiefen Versenkung zurückgekehrt und sagte nach seinem Tor im Pokalspiel gegen Wehen Wiesbaden: „Ich bin erwacht.“

Das kann möglicherweise auch auf die Wölfe zutreffen. Durch den Cup-Sieg legte der neue Trainer Martin Schmidt endlich den Makel ab, mit dem VfL nicht gewinnen zu können. Ein Knotenlöser für das Alltagsgeschäft? „Ich hoffe, dass die Achtelfinal-Qualifikation dafür sorgt, dass wir auch noch mutiger in der Bundesliga sind und bald den ersten Dreier holen“, erklärte Schmidt.

Er muss morgen auf Ignacio Camacho verzichten: Der Mittelfeld-Abräumer hat sich eine Sprunggelenksverletzung zugezogen und muss zwei Wochen pausieren. Eine neue Chance für den zuletzt grummelnden Josuha Guilavogui.

Von Ingo Barrenscheen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare