Fußball – Europameisterschaft 2016: Draxler, Kruse und Schürrle hoffen auf Kader-Nominierung für das DFB-Team

Drei Wölfe auf dem Weg nach Frankreich!?

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Fragerunde für einen Typ mit Ecken und Kanten: Wolfsburgs Angreifer Max Kruse musste gestern beim Media Day des VfL für seine potentiellen EM-Kandidaten über die schweren letzten Wochen reden.

Wolfsburg. Es ist das „Highlight“ dieses Jahres – nicht nur für Julian Draxler vom Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg: Die Europameisterschaft 2016 in Frankreich steht vor der Tür. Drei deutsche Nationalspieler der Wölfe machen sich Hoffnungen auf eine Nominierung.

Neben den beiden Weltmeistern Draxler und André Schürrle hat auch der zuletzt medial sehr umstrittene Max Kruse das EM-Ticket noch nicht abgeschrieben. Der 17. Mai wird der Tag der Wahrheit für alle drei. Dann wird Bundestrainer Joachim Löw den vorläufigen Kader bekanntgeben.

Zwei Strahlemänner, ein EM-Fahrer!? Julian Draxler (r.) rechnet sich gute Chancen aus, Josuha Guilavogui nicht.

Schürrle ist sich „schon sehr sicher“, dass er dabei sein wird. Und auch der gerade von einer Verletzung zurückgekehrte Draxler ist guter Hoffnung: „Ich gehe davon aus, dass ich zur EM-Vorbereitung eingeladen werde.“ Bei Kruse sieht die Sache derweil schon ein bisschen anders aus. Er hat in den letzten Wochen kein Feedback vom Nationalcoach bekommen. Für die Länderspiele Ende März gegen England und Italien hatte Löw den Wolfsburger Angreifer nicht nominiert. Aufgrund verschiedener Ereignisse, die bekanntlich weniger mit dem Sport an sich zu tun hatten. „Das war die Entscheidung vom Bundestrainer beziehungsweise dem DFB. Die muss man so akzeptieren“, meint Kruse, für den es danach auch im Verein nicht mehr ganz so rund lief.

Trotzdem hat der 14-fache Nationalspieler die Hoffnungen auf eine EM-Teilnahme noch nicht aufgegeben: „Ich glaube nicht, dass ich eine völlig verkorkste Saison hatte. Wenn man auf die nackten Zahlen schaut, habe ich 20 Scorerpunkte in 39 Spielen.“ Zudem habe er in den vergangenen Wochen versucht das umzusetzen, was Löw ihm mit auf den Weg gegeben habe. Einen so regelmäßigen Austausch wie mit Schürrle oder Draxler gab es bei Kruse allerdings nicht.

Letztgenannter stand nach seinem Muskelbündelriss ziemlich auf der Kippe. Eigentlich wurde ihm eine Ausfall-Zeit von sechs Wochen prognostiziert. Dann wäre es ziemlich knapp geworden, bis zur Euro wieder fit zu werden. Doch schon in dieser Woche stieg der Zehner wieder in das Mannschaftstraining ein. „Ich bin froh, dass es schneller ging als erwartet. Ich habe gute Fortschritte gemacht und keine Schmerzen mehr“, sagt Draxler, der nun wohl auch im Liga-Finale gegen Stuttgart auflaufen wird. „Das ist für mich persönlich von Vorteil, damit ich Vertrauen in meinen Körper habe. Ich denke auch, dass der Bundestrainer sich freut, wenn ich noch ein Bundesliga-Spiel mache.“

Löw scheint für das Turnier in Frankreich durchaus auf Draxler zu setzen. Nach der Verletzung habe der Ex-Schalke gespürt, dass sich sein Nationalcoach „Sorgen gemacht hat. Er wollte danach immer ein Update haben.“ Und auch Schürrle spielt in den Planungen des DFB-Übungsleiter eine wichtige Rolle. „Wir haben über meine Form gesprochen. Er hat gesagt, dass ich so weitermachen soll. Ich habe gespürt, dass das Vertrauen groß ist“, so der erfolgreichste VfL-Torschütze der Rückrunde.

Dabei sein ist für die beiden Weltmeister jedoch nicht alles. Sie wollen bei der EM ein wichtiger Faktor für die Nationalelf werden. „Für mich ist es eine Verbesserung, mehr Spielzeit als bei der WM zu bekommen“, erklärt Draxler. Und Schürrle meint: „Ich will eine ähnliche Rolle wie bei der WM spielen, will wichtig für die Mannschaft sein.“ Das Ziel für Frankreich 2016 ist auch klar: der Titel. „Die Erwartungen sind wie in jedem Jahr extrem hoch. Aber wir haben viele Spieler, die wissen, auf was es ankommt“, sagt Schürrle. Dass die Auftritte seit dem Titel in Brasilien nicht immer überzeugend waren, ist für die Endrunde nicht so entscheidend. „Wir haben in den letzten anderthalb Jahren nicht unser volles Leistungsniveau abgerufen. Ich mache mir keine Sorgen, weil es immer heißt, Deutschland ist eine Turniermannschaft. Ich bin mir sicher, dass wir in der Vorbereitung einen sehr guten Teamgeist entwickeln werden“, so Draxler.

Von Andreas Arens

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