„Dieters“ Doppelpack-Deal: Mbokani sofort, Lakic später

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Froh über den Wechsel im Sommer: Manager Dieter Hoeneß (r.) lotste Lauterns Torjäger Srdjan Lakic zum VfL Wolfsburg.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Draußen vor der VW-Arena knallte die Sonne vom Himmel. Dennoch erlebte der VfL Wolfsburg gestern einen stürmischen Donnerstag. Gleich im Doppelpack riss sich der Fußball-Bundesligist neue Angreifer unter den Nagel. Dieumerci Mbokani (AS Monaco) kommt sofort, Srdjan Lakic (1. FC Kaiserslautern) im Sommer. Vielleicht aber auch eher...

Da ist sie also, die Transfer-Schlussoffensive der Wölfe. Zeit wurde es angesichts des Winter-Ausverkaufs. Manager Dieter Hoeneß hat sich Zeit gelassen, steuert nun – wohl gemerkt kostengünstig statt mit Millionenbeträgen – gegen. Wobei nur Mbokani den Wölfe-Kader in der Rückrunde verstärkt. Lauterns Torjäger Lakic ist erst für die neue Saison verpflichtet – es sei denn, der FCK lässt angesichts geklärter Fronten mit sich reden und gibt seinen Goalgetter gegen eine finanzielle Entschädigung doch noch frei. Momentan eher unwahrscheinlich.

Die neuen Stürmer:

Srdjan Lakic: Der 27-jährige Kroate tritt seinen Dienst in Wolfsburg am 1. Juli 2011 an. Ablösefrei und ausgestattet mit einem lukrativen Vierjahresvertrag. „Wir konnten materiell nicht mitbieten. Das Angebot des VfL war wirklich unschlagbar“, sagte FCK-Vorstandsboss Stefan Kuntz. Es ist bereits das zweite Mal, dass Hoeneß Lakic verpflichtet. 2006 lotste er ihn zu Hertha BSC Berlin – der Durchbruch gelang nicht. Der Hauptstadtklub parkte den Angriffshünen in den Niederlanden bei Heracles Almelo, ehe 2008 Kaiserslautern zuschlug. In 49 Zweitliga-Spielen traf Lakic 19 Mal, der Durchbruch gelang ihm aber erst in dieser Spielzeit im Oberhaus. Elf Tore in 17 Spielen weckten Begehrlichkeiten. Auch beim VfL, der nun den Zuschlag erhielt.

„Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen“, gestand der Kroate angesichts seiner erfolgreichen Zeit beim FCK. Andererseits stelle Wolfsburg „eine große Herausforderung“ dar. „Der VfL ist ein großer Verein mit sehr großen Zielen, in denen ich hoffentlich eine wichtige Rolle spielen kann. Ich möchte zeigen, dass ich ein würdiger Nachfolger des teuersten Spielers der Bundesliga bin“, will Lakic die großen Fußstapfen ausfüllen, die Edin Dzeko hinterlassen hat.

Dieser Ehrgeiz ist es, den auch Dieter Hoeneß zur Verpflichtung bewogen hat. Und andere Tugenden. Der Manager meinte zum Wechsel: „Srdjan Lakic ist ein klassischer Mittelstürmer, der Torgefährlichkeit und Dynamik mitbringt. Er geht dorthin, wo es wehtut, schafft Räume und arbeitet für die Mannschaft. Abgesehen von seinen Torjägerqualitäten hat er einen guten Charakter.“ Auch VfL-Trainer Steve McClaren wertet den Sommer-Gewinn als „guten Transfer für die Zukunft. Er ist ein hervorragender Angreifer mit nichtsdestotrotz noch großem Potenzial.“

Dieumerci Mbokani: Weil für alle anderen Wunsch-Kandidaten bisher überzogene Preise aufgerufen wurden, entschied sich Hoeneß bei der Sofort-Suche nach einem Stürmer für die Mini-Risiko-Variante. Der Kongolose Mbokani kommt von AS Monaco auf Probe zu den Wölfen. „Wir haben ihn ausgeliehen und eine Kaufoption gesichert, um alle Möglichkeiten in der Hand zu haben“, erklärte der Manager. Heißt: Überzeugt der 25-Jährige nicht, ist er im Sommer wieder in Frankreich.

In sportlicher Hinsicht ist Hoeneß von dem Leih-Arbeiter überzeugt. „Er ist ein schneller und athletischer Stürmer, den wir schon seit seiner Zeit bei Standard Lüttich im Blick haben.“ Allerdings gilt der Rasta-Mann als schwieriger Charakter. In Monaco überwarf sich Mbokani mit dem Trainer, kam nur auf zehn Einsätze (ein Tor) und fiel durch Eskapaden auf. Der vermeintliche Unruheherd Dzeko weg und dafür ein neuer an Bord? Der Gescholtene, dessen Vorname übersetzt übrigens „Danke an Gott“ heißt, gelobt Besserung. „Ich werde alles dafür tun, damit der VfL die Kaufoption zieht.“ Auch McClaren verspricht sich einen anderen Mbokani: „In Monaco hatte er zuletzt keine gute Zeit, aber wir haben ihn auch vorher in Belgien gesehen, wo er eindrucksvoll bewiesen hat, dass er Tore schießen kann.“

Am Donnerstag absolvierte der Afrikaner seine erste Trainingseinheit beim VfL, meinte anschließend: „Ich wurde von den Spielern gut aufgenommen, die Atmosphäre innerhalb des Teams ist super.“ Mbokani erhält in Wolfsburg die Rückennummer 25 und soll, wenn alle Formalitäten glatt gehen, morgen gegen Borussia Dortmund debütieren.

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