Diego: Täter, Opfer, Matchwinner

Ach du Schnullerbacke: Diegos verrückter Torjubel.

Wolfsburg - Von Arek Marud . Zwischen Genie und Wahnsinn: Für die Wölfe-Fans war Diego der Held, für die 96er der Buhmann und für VfL-Manager Dieter Hoeneß ein Akrobat auf schmalem Grat. Der Brasilianer schlüpfte beim Derby gleich in drei Rollen:

Täter, Opfer, Matchwinner. Mit einem Fallrückzieher versetzte Diego die Fans in Ekstase (55.) und landete kurz danach nach einem üblen, aber nicht geahndeten Tritt von Constant Djakpa im Krankenhaus. Ein Bluterguss im Rippenbereich gefährdet den Einsatz beim HSV. "Ich habe starke Schmerzen. Wir müssen sehen, ob und wie ich trainieren kann", sagte Diego und knüpfte sich den Übeltäter vor. "So einer gehört nicht in die Bundesliga." Die Gäste waren auf den Ballvirtuosen nicht gut zu sprechen. Vor dem Tor soll Diego Sergio Pinto weggeschubst haben und hätte laut Sportdirektor Jörg Schmadtke zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Zu Beginn des Spiels habe er dem Referee "fünf Minuten lang den Vogel zeigen" dürfen und erhielt nur Gelb. Hoeneß weiß um den schmalen Grat seines Stars. "Er muss ruhiger werden." Seine Spielweise sei so, dass er Spieler düpiert und damit provoziert. Er bringt aber auch "Leben in die Bude". So wie beim Torjubel, als der baldige Papa aus der Hose einen Schnuller herausholte und sich diesen in den Mund steckte.

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