Fußball – DFB-Pokal, 2. Runde: Wolfsburg gewinnt dank Uduokhai erstmals unter seinem neuen Coach gegen Hannover

Der Derby-Dosenöffner: Erster Schmidt-Sieg!

Die Szene des Abends: Felix Uduokhai (l.) hat 96-Keeper Michael Esser nach einem Eckball überwunden. Der 1:0-Siegtreffer im Pokal für die Wölfe.
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Die Szene des Abends: Felix Uduokhai (l.) hat 96-Keeper Michael Esser nach einem Eckball überwunden. Der 1:0-Siegtreffer im Pokal für die Wölfe.

dpa/ib Wolfsburg. Na bitte, geht doch! Der VfL Wolfsburg kann doch noch Spiele gewinnen – das Wie mal außen vor gelassen. . .

Erstmals unter der Regie von Martin Schmidt wichen die Wölfe gestern Abend im Zweitrunden-Match des DFB-Pokals gegen Hannover 96 von ihrer Remis-Phobie ab. Kein Wunder, dass der Coach unmittelbar nach dem Knotenlöser jeden herzte, der ihm vor die offenen Arme lief. Freude nach dem goldenen Treffer durch Felix Uduokhai zum 1:0 (0:0), das dem VfL den Achtelfinal-Einzug bescherte.

Endlich! Martin Schmidt bejubelt seinen ersten VfL-Sieg.

Schmidt hatte seine Mannschaft auf zwei Positionen umgekrempelt – Robin Knoche und Yannick Gerhardt rückten für Landry Dimata und Gian-Luca Itter in die Startelf. Mario Gomez indes musste bis in die Nachspielzeit hinein mit der Bank Vorlieb nehmen. Also nur eine XS-Rotation. Doch gut 20 Minuten lang kennzeichnete extreme Systemfindungsstörungen das Spiel der Wölfe. Zunächst ein völlig diffuser Auftritt, der – zum Glück aus Sicht der Gastgeber – von Hannover nicht bestraft wurde bei der großen Doppelchance von Jonathas und Martin Harnik (9.).

Genauso erschreckend: Die klägliche Kulisse von 15508 Zuschauern (darunter 3000 aus Hannover). Es sei an dieser Stelle noch einmal bemerkt: Es handelte sich um ein Derby...

Prägnanterweise berappelte sich der VfL nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Aushilfskapitän Ignacio Camacho – für ihn kam Josuha Guilavogui und plötzlich mehr Struktur und Zug in der Offensivbewegung. Von eben auf jetzt kippte Grün-Weiß die Kräfteverhältnisse und generierte Chancen. Vor der Pause noch ohne Erfolg. Schmidt beklagte: „Da war mir noch zu wenig Druck dahinter.“

Doch wie schon im Liga-Spiel Anfang September trafen die Wölfe kurz nach Wiederbeginn. Der Torschütze nach einer Ecke lautete analog zum jüngsten Hoffenheim-Heimspiel Felix Uduokhai (49.). Dieses Mal nicht mit dem Kopf, sondern dem Oberschenkel. Kurzweilen beflügelte die Führung die Schmidt-Schützlinge. Divock Origi vergab gleich zwei Gelegenheiten zum 2:0.

Ein Doppelwechsel von 96-Coach Andre Breitenreiter zerriss dann allerdings die Wolfsburger Dominanz. Die Joker Kenan Karaman (67.) und Niclas Füllkrug (70.) ließen aber sträflich die Mega-Möglichkeiten zum Ausgleich liegen. Der VfL gut zehn Minuten lang im roten Klammergriff.

Zwar lösten sich die Remis-Könige der Bundesliga wieder aus diesem wieder, doch es blieb ein Spiel mit dem Feuer aus Wolfsburger Sicht. Der VfL überließ den Landeshauptstädtern zu sehr die Initiative. Und weil Guilavogui ais sieben Metern mit einer Kopfballchance ebenfalls die Vorentscheidung versäumte, wandelten die Wölfe bis zur Schlusssekunde auf sehr dünnem Eis. Ohne auszurutschen.

Dass die Partie kaum das klassisch-rassige Prestige-Flair versprühte, hätte vielleicht einerseits an der gedämpften Stimmung im Rund und andererseits an der taktisch-betonten Ausrichtung beider Teams gelegen, waren sich Schmidt und Breitenreiter einig. Wolfsburgs Coach war’s egal: „Für einige war es vielleicht zu wenig Spektakel. Aber ich kann zufrieden sein. Das war ein sehr wichtiger Schritt für uns als Mannschaft.“

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