„Der Chef ist zurück“: Und Stuttgart zittert schon...

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Wie zu Meisterzeiten: Die Rückkehr von Felix Magath hat für einen Riesenhype gesorgt. 1500 Fans kamen zum ersten Training und bereiteten ihrem neuen und alten Trainer einen tollen Empfang.

Wolfsburg - Von Arek Marud.  Freitag, kurz vor 15 Uhr: Wolfsburg im Ausnahmezustand. 1500 begeisterte Fans verfolgen das erste Training von Felix Magath. Und der kommende Gegner VfB Stuttgart bekommt plötzlich weiche Knie.

Die Hoffnung kam über Nacht zurück. Die frustrierten Fans des abstiegsbedrohten Bundesligisten sind verzückt von Magaths Rückkehr und bereiten ihrem Meistercoach einen triumphalen Empfang. Applaus brandet auf, als dieser aus den Katakomben der VW-Arena kommt. Nach der 90-minütigen Übungseinheit stehen die Zaungäste Spalier vom Trainingsplatz bis zum Stadion und klatschen mit Magath ab – Zustände wie zu Meisterzeiten...

„Was hier heute los ist, ist schon besonders. Aber wir befinden uns ja auch in einer besonderen Situation“, staunt Mannschaftskapitän Marcel Schäfer. Und Grafite ist außer sich vor Freude: „Der Chef ist zurück“, jubelt der ehemalige Torschützenkönig.

Bei aller Euphorie: Die Situation ist sehr ernst. Magath hat nur zwei Trainingseinheiten, um die Mannschaft auf das extrem wichtige Auswärtsspiel in Stuttgart (Sonntag, 17.30 Uhr) einzustellen. „Die Zeit ist knapp. Wir müssen uns innerhalb der nächsten Stunden finden“, sagt Magath bei der offiziellen Vorstellung und holt sich erste Infos vom bisherigen Interimscoach Pierre Littbarski über den Zustand der Mannschaft. Allerdings dürfte ihm die Eingewöhnung kaum schwer fallen. „Ich kenne die Gegebenheiten hier.“ Und zahlreiche Spieler wie Schäfer, Riether, Josué und Co., mit denen er 2009 den Titel holte.

Nun ist Magath aber als „Feuerwehrmann“ gefragt. 2001 hatte er ausgerechnet den kommenden Gegner VfB Stuttgart in akuter Abstiegsgefahr übernommen und gerettet. Dennoch sei er sich der Schwere der Aufgabe bewusst. Zumal er sein berüchtigtes Konditionstraining mitten in der Saison nicht ohne weiteres einbauen wird. „Ich kann meine Vorstellungen gar nicht umsetzen, muss mir zunächst ein Bild verschaffen, um mir ein Urteil zu erlauben. Deshalb muss ich auch anders arbeiten, als ich es gewohnt bin“, so Magath.

Den Schwaben passt dieser Sensations-Wechsel überhaupt nicht in den Kram. „Wir können unsere Vorbereitung praktisch in die Tonne treten“, stöhnt VfB-Coach Bruno Labbadia.

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