Fußball – Bundesliga: Wölfe richten sich auf widerspenstige Lilien ein

Darmstadt genießt Priorität 1

Das wird kein Zuckerschlecken: Die Wölfe (l. Ricardo Rodriguez) treffen auf einen unangenehmen SV Darmstadt 98.
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Das wird kein Zuckerschlecken: Die Wölfe (l. Ricardo Rodriguez) treffen auf einen unangenehmen SV Darmstadt 98.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Wolfsburg. Wenn der Flieger mit Klaus Allofs samt Anhang an Bord heute im schweizerischen Nyon landet, rückt für einen kurzen Augenblick die mit Spannung erwartete Viertelfinal-Auslosung zur Champions League in den Fokus des VfL Wolfsburg.

Doch sobald der Königsklassen-Gegner feststeht, wird der Manager seinen Blick auch schon wieder auf das Alltags-Geschäft richten. Das sollten auch die Wölfe selbst tunlichst so halten: Denn mit dem SV Darmstadt 98 gastiert am morgigen Sonnabend um 15. 30 Uhr ein extrem widerspenstiger Außenseiter in der VW-Arena.

Das Auswärtsspiel in Hoffenheim sei schon wichtiger gewesen als die Champions League-Abende, unterstrich Allofs gestern bei der obligatorischen Pressekonferenz. Dumm, dass die Grün-Weißen im Kraichgau nahezu kampflos das Feld räumten und sich selbst durch die 0:1-Pleite im Rennen um die erneute Europapokal-Qualifikation um die mühevoll erarbeitete Basis der Vorwochen brachten. „Hoffenheim kam zum unglücklichsten Zeitpunkt“, hadert auch Trainer Dieter Hecking. Und eben weil dies so ist, müsse die volle Aufmerksamkeit des Wochenendes einzig und allein den Darmstädtern gelten, ermahnte Allofs seine Profis. „Das hat für uns allerhöchste Priorität.“

Flankiert vom Trainer, der sein Team auf ein schweres Stück Arbeit einschwört. Für alle Experten seien die Lilien vor der Saison Abstiegskandidat Nr. 1 gewesen. Auch wenn der Sensations-Neuling durch sechs Spiele in Folge ohne Sieg nun auch tatsächlich in den prognostizierten Strudel geraten ist, lobte Hecking die Arbeit seines Kollegen Dirk Schuster. „So wie sie es im Rahmen ihrer Möglichkeiten machen, ist das schon hervorragend.“ Darmstadt sei ein Team, dass es perfekt verstehe, „das Spiel des Gegners zum Stocken zu bringen“. Mit allen erlaubten Mitteln. Die 98er wären von dem Willen beseelt, „es allen zu zeigen, dass sie die Berechtigung haben, in der Bundesliga zu spielen. Das macht sie so unangenehm“, erklärte Hecking.

Doch bei allen Respektsbekundungen stünde außer Frage, dass der VfL sein Heimspiel zwingend gewinnen müsse, um seine Ziele im Auge zu behalten. Auch wenn Hecking keinen allzu intensiven Blick auf die Tabelle werfen will, so betonte er doch: „Die Konkurrenz spielt gegeneinander. Wir dürfen uns keine Blöße geben.“ Die mentale Frische sollte jedenfalls zurück sein bei den Wölfen nach einer kompletten Trainings-Woche.

Ob Julian Draxler (Oberschenkel-Probleme) morgen wieder eingreifen kann, stehe „nach wie vor auf der Kippe“, so Hecking. Keeper Diego Benaglio wird in jedem Fall noch nicht zur Verfügung stehen.

Von Ingo Barrenscheen

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