1:1 dank Blitztor und Benaglio

dpa/ib Hamburg. Wolfsburgs neue Punktegaranten Mario Mandzukic und Diego Benaglio haben Thorsten Fink den Einstand beim Hamburger SV verdorben. Erstmals gewann der Trainer nicht sein erstes Spiel mit seinem neuen Klub, sondern musste sich mit einem 1:1 (0:1) begnügen. Mandzukic hatte die Gäste mit dem schnellsten Tor dieser Bundesliga-Saison (65 Sekunden) in Vorlage gebracht, Mladen Petric glich nach der Pause für den HSV aus.

Für Wolfsburg ein glückliches Remis – und das erste überhaupt in dieser Bundesliga-Saison, in der der VfL nur mühsam vorankommt. Wölfe als Eichhörnchen. Zwar punktet der selbst ernannte Europapokalaspirant mittlerweile, doch der Anschluss an die obere Tabellenhälfte ist schwieriger als gedacht. „Ich sehe Fortschritte bei uns, das ist nicht ungewöhnlich, aber als Tabellen-Elfter werden wir uns noch verbessern können“, sagte Coach Felix Magath. Auch Keeper Benaglio wertete den Stopp der Auswärts-Misere als „Schritt in die richtige Richtung“.

Ohne die Belastung im DFB-Pokal kann Magath in dieser Woche bis zum nächsten Ligaspiel gegen Hertha BSC am Sonnabend die Grundlage für die kommenden Aufgaben legen. Einen ersten Vorgeschmack gab es schon in Hamburg, wo die VfL-Reservisten einen Sprint nach dem anderen hinlegen mussten. Bekanntermaßen sind Magath-Teams Spätstarter und kommen meist erst in der Rückserie richtig ins Rollen. So war es in der Meistersaison 2009 unter Magath. Noch hat der VfL dieses Niveau nicht erreicht. Auch beim HSV fielen die Gäste mit zunehmender Spieldauer ab. Nach dem schnellen 1:0 durch Torjäger Mario Mandzukic (2. Minute) kam nicht mehr viel.

„Das war ein Raketenstart, kurz und schnell, aber dieses Niveau der ersten 90 Sekunden haben wir nicht halten können“, räumte Magath ein, der trotz der Überlegenheit seines ehemaligen Vereins voller Zufriedenheit die Heimreise antrat. Bei nur 33 Prozent Ballbesitz war das Unentschieden am Ende glücklich, auch wenn Magath seine Mannen gut auf den (kopflos) drängenden Bundesliga-Dino eingestellt hatte. Er bedankte sich bei Benaglio für den wichtigen Punkt: „Er war super, überragend.“ Schon zum dritten Mal in Folge. Tatsächlich stand der Schweizer mit seinen Paraden dem ersten Heimsieg der Hanseaten seit sieben Monaten im Weg. Wie gewohnt wollte Benaglio seine eigen Leistung aber nicht hochjubeln: „Es läuft ganz ordentlich“, meinte er lapidar.

Das 1:1 von Petric hatte er nicht verhindern können. Hamburg war mit Dampf aus der Kabine gekommen. Benaglio: „Da sind wir unter Druck gekommen.“ Nach dem Ausgleich warf HSV-Hoffnungsträger Fink alle Hemmungen über Bord: Er sprang Sportdirektor Frank Arnesen auf den Rücken, drückte ihn und strich ihm liebevoll über den Hinterkopf. „Ich war von dem frühen Gegentor geschockt und hatte befürchtet, dass meine Mannschaft noch nervöser wird. Aber sie hat an sich geglaubt“, sagte Fink, dessen Debüt sogar den sonst so beobachteten Magath in den Schatten stellte.

„Ich habe mich schon verbessert, wir sind nun Vorletzter – das ist meine Aura“, scherzte Fink über den Medienhype. Viel wichtiger war dem Liebhaber des Offensivfußballs, dass seine Handschrift nach vier Trainingstagen zu erkennen war: 20:7-Torschüsse, leidenschaftlicher Einsatz bis zur 90. Minute und ein dominantes Flügelspiel gefielen ihm: „Sicherlich wird es schwer, das ist ja ganz klar. Aber ich habe keine Angst: Wenn wir so weiterspielen, werden wir da schon rauskommen.“

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