Fußball – Europa League: Wolfsburg zahlt bei 1:4-Pleite gegen den FC Everton bitteres Lehrgeld

Das Comeback endet im totalen Frust

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Der Anfang vom Ende: Gleich mit dem ersten konstruktiven Angriff geht der FC Everton zum Auftakt der Europa League-Gruppenphase dank Steven Naismith (vorne r.) in Führung. VfL-Keeper Diego Benaglio hatte das Leder unglücklich ins eigene Tor abgefälscht.

dpa Everton. Ein Abend zum Abhaken. Der VfL Wolfsburg hat bei seinem Comeback auf der europäischen Fußball-Bühne nach viereinhalb Jahren bitteres Lehrgeld gezahlt.

Mit dem 1:4 (0:2)-Debakel beim FC Everton legten die Wölfe gestern Abend zum Abschluss der deutsch-englischen Europacup-Woche einen kapitalen Fehlstart in der Europa League hin.

Nach dem Eigentor von Keeper Diego Benaglio, der in der 14. Minute einen Schuss von Steven Naismith via Ricardo Rodriguez unglücklich ins eigene Tor lenkte, besorgten Seamus Coleman (45.+1), Leighton Baines (47., FE) und Kevin Mirallas (89.) den Wolfsburger K.o. Der VfL agierte zu fehlerbehaftet und unentschlossen vor dem Tor und kam erst in der Nachspielzeit durch Ricardo Rodriguez zum Ehrentor. Damit steht der VfL am 2. Oktober gegen den OSC Lille schon unter Zugzwang.

Die Wolfsburger waren vor allem in der Defensive überfordert, wenn die Engländer schlagartig das Tempo erhöhten. Dabei hatte der in der Bundesliga nach drei Spieltagen noch sieglose VfL das Europa-Comeback selbstbewusst begonnen. Der im Anzug erschienene Trainer Dieter Hecking konnte im Mittelfeld wieder auf den zuletzt angeschlagenen Kevin de Bruyne als Ideengeber zurückgreifen. Angetrieben wurde das Spiel aber vor allem von Arnold.

In Benaglio stand noch ein Akteur in der VfL-Startelf, der schon vor 1622 Tagen im vorerst letzten Europacup-Spiel beim FC Fulham mit von der Partie war. Ausgerechnet der Schweizer wurde nach knapp einer Viertelstunde beim ersten gefährlichen Angriff der Engländer zum Pechvogel. Von Außenverteidiger Baines kam der Ball auf Naismith, dessen Schuss vom Körper des VfL-Verteidigers Rodriguez auf Benaglio prallte. Dieser gab dem Ball bei seiner Rettungsaktion den letzten Tick über die Linie.

Dieser Treffer wirkte wie ein Schock für die Wolfsburger, die ihre Linie verloren und kaum noch zu einem konstruktivem Spielaufbau fanden. Mit Distanzschüssen wie dem von de Bruyne (34.) war Toffee-Torwart Tim Howard nicht beizukommen. Als seine Vorderleute nach einer Baines-Flanke Coleman nicht am Kopfball hinderten, war Benaglio noch vor der Pause abermals geschlagen.

Die Hoffnung auf eine Wende mit der Einwechslung von Aaron Hunt war mit Wiederbeginn nach nur einer halben Minute verflogen: Mit einem haarsträubenden Fehlpass vor dem eigenen Strafraum leitete Arnold den endgültigen Genickbruch für das Hecking-Team ein. Knoche foulte Alden McGeady zwar vor dem Strafraum, doch es gab Elfmeter für Everton – Baines verwandelte sicher. Das längst überfällige Ehrentor (27:12-Torschüsse für den VfL!) fiel viel zu spät. Statistiken haben halt nicht immer Aussagekraft...

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