Fußball – Bundesliga: Wolfsburg beim 1:3 in Darmstadt 65 Minuten in Unterzahl

Bruma patzt und fliegt

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Die spielentscheidende Szene: Innenverteidiger Jeffrey Bruma (r.) wird nach einer glasklaren Notbremse in der 25. Spielminute zum Duschen geschickt. Da hilft auch das Lamentieren von Koen Casteels (2. v. r.) und Ricardo Rodriguez (l.) nichts mehr.

dpa/mth Darmstadt. Früher Platzverweis als zu große Bürde: Der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat im Spiel eins nach der Entlassung von Trainer Dieter Hecking keinen wirklichen Aufwärtstrend erkennen lassen. Jeffrey Bruma flog bereits in der 25.

Minute mit Rot vom Platz, was alle taktischen Vorgaben über Bord warf. Auch das erste Tor von Mario Gomez im Wölfe-Trikot, zeitgleich des 1000. Tor des VfL in der Bundesliga, konnte es nicht verhindern, dass Wolfsburg mit Interimstrainer Valérien Ismaël mit 1:3 (0:1) gegen den SV Darmstadt 98 verlor.

Ismaël brachte in Marcel Schäfer, Yannick Gerhardt und Daniel Caligiuri drei neue Spieler und stellte Linksverteidiger Ricardo Rodriguez auf die ungewohnte Innenverteidiger-Position. Überlegen gestalteten die Wolfsburger nur die ersten 20 Minuten, ohne allerdings weiter als bis zum Strafraum zu kommen.

Die 25. Minute änderte dann vieles: Änis Ben-Hatira hatte die Lilien mit einem Freistoß von der Strafraumgrenze in Führung gebracht. Vorausgegangen war eine Notbremse von Jeffrey Bruma an Laszlo Kleinheisler. Bruma hatte zuvor im Spielaufbau gepennt und einen katastrophalen Rückpass gespielt. Laszlo Kleinheisler spurtete dazwischen und der Holländer konnte sich nur noch mit einem Foul behelfen – Notbremse, Rote Karte, Gegentor, Höchststrafe!

Der VfL musste plötzlich mit zehn Profis einem Rückstand hinterherrennen und war erst einmal von der Rolle. „Unseren ersten Plan konnten wir da in die Tonne kloppen“, schimpfte Ismaël. 98-Stürmer Sven Schipplock verpasste es dann sogar zweimal innerhalb von fünf Minuten, aus scharfen Hereingaben das 2:0 zu machen. Ein Flachschuss von Gomez am linken Pfosten vorbei war die einzige Chance der Gäste im ersten Durchgang (40.).

Die spielerisch weiter verbesserten Darmstädter traten immer selbstbewusster auf und lieferten ihren Gegnern einen erbittertes Duell. Plötzlich Hoffnung bei den Gästen aus der Autostadt: Nach einem Eckball von Rodriguez köpfte Gomez (60.) zum Ausgleich ein. Das erste Tor des Nationalstürmers im Wölfe-Dress und obendrein der 1000. Erstliga-Treffer der Wolfsburger. Der VfL gehört somit zu den 20 Bundesliga-Clubs, die diese magische Hürde übersprungen haben. Es war indes der einzige Grund zur Freude für das Wolfslager an diesem letztlich völlig verkorksten Nachmittag in Darmstadt.

Was man den Wolfsburgern indes hoch anrechnen musste: Sie schafften es auch zu zehnt, die Partie ausgeglichen zu gestalten, hatten nach dem Ausgleich sogar die Möglichkeiten auf den Führungstreffer. Doch der Rückfall in die alte Lethargie und Anfälligkeit verhinderte ein positives Ergebnis. Erst patzte Rodriguez vor dem Tor von Kleinheisler (68.), dann spielte der eingewechselte Paul Seguin einen folgenschweren Fehlpass im Spielaufbau. Sandro Sirigu (76.) bestrafte dies umgehend. Die Wölfe blieben somit auch im siebten Spiel in Folge sieglos und rutschten noch weiter in den Tabellenkeller ab.

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