Die Botschaft ist angekommen

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Gegner gestoppt, weiteren Absturz abgewendet: Der VfL (r. Marcel Schäfer, Josué) hatte wenig Mühe beim 2:0-Sieg über die harmlosen Stuttgarter.

Wolfsburg - Von Arek Marud. Von einem Befreiungsschlag mochte Dieter Hoeneß zwar noch nicht sprechen. Die Miene des Wolfsburger Managers lichtete sich aber. "Die Mannschaft hat die Botschaft verstanden", sagte er nach dem 2:0-Heimsieg über den erschreckend schwachen VfB Stuttgart.

Anders als in den vergangenen Heimspielen hatten die grün-weißen Spezialisten für hergegebene Führungen laut Hoeneß "keine Delle nach 70 Minuten gehabt". Dieses Horrorszenario beschäftigte auch die 29043 Zuschauer in der VW-Arena, die trotz des 2:0 durch Edin Dzeko (76.) aus gutem Grund bis zur letzten Minute zitterten. Doch die stark ersatzgeschwächten Schwaben mit dem Ex-Wolfsburger Christian Gentner waren viel zu harmlos, um auf Leverkusener oder Mainzer Spuren zu wandeln. Was auch daran lag, dass sich der VfL ausnahmsweise mal keine Aussetzer und Auszeiten erlaubte. "Die Einstellung war gut. Wir haben 90 Minuten lang durchgezogen", streichelte Hoeneß verbal seine Profis, die er gemeinsam mit dem unter Beschuss gerateten Trainer Steve McClaren zuletzt so massiv kritisiert hatte. Die Schelte zeigte Wirkung. "Es war eine gute Reaktion", sagte McClaren, der den VfL fürs Krisenmanagement lobte. "Der gesamte Verein hat in der Woche sehr gut gearbeitet." Wolfsburg zeigte nach dem ernüchternden 1:2 in Nürnberg keine Glanzleistung, packte dafür Tugenden aus, die sich in solchen Phasen bewährt haben: Kampfgeist und mannschaftliche Geschlossenheit. Vor dem Anpfiff schworen sich die Spieler im Kreis ein. Nach sechs Minuten lagen sie sich – abgesehen vom beschäftigungslosen Keeper Marwin Hitz – wieder alle in den Armen. Das Schiedsrichtergespann übersah zwar, dass Simon Kjaers Kopfball hinter der Linie war, Edin Dzeko brachte glücklicherweise die Wölfe im zweiten Versuch mit 1:0 in Führung (siehe Text unten). Nach dem 40. Heimtor in Serie sind die Wölfe ganz nebenbei alleiniger Rekordhalter. Beide Treffer fielen nach Standards, getreten von dem schwachen Diego. Speziell Grafite sorgte für viel Unruhe und traf den Pfosten (25.). Nach dem Wechsel nahmen die Höhepunkte schlagartig ab. Der VfL ruhte sich auf der Führung aus. Die aufmerksame Abwehrarbeit verhalf dem Team zum bestandenen Charaktertest. Das sah auch Hoeneß so: "Wir haben hinten kompakt gestanden, fast alle Zweikämpfe für uns entschieden." Doch der Manager hat zu viele Rückschläge erfahren, um nicht mehr an die Siegermentalität zu appellieren. "Wir haben die Antennen gespitzt und müssen sehr aufmerksam sein." Vor dem Auswärtsspiel in Frankfurt werde er an die Qualität erinnern. "Es wird", betonte Hoeneß, "noch eine Weile dauern, bis das selbstverständlich ist". Deshalb sei das verdiente 2:0 der erste Schritt aus dem Tief. Nicht mehr und nicht weniger!

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