Fußball – Europa League: Nur 2:2 in Gent nach 2:0-Führung und Anfangs-Schwung

Bittere Nachspielzeit: VfL vergeigt Sieg

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Alle Reklamationen umsonst: Schiedsrichter Sergei Ivanov nimmt den 2:2-Ausgleich trotz gefährlichen Spiels gegen Marcel Tisserand nicht zurück. Dem VfL Wolfsburg bleibt nur ein Punkt in Gent.

Gent – Keine Frage: Die letzte, buchstäblich niederschmetternde Szene war absolut diskutabel.

Doch so sehr sich der VfL Wolfsburg über das potentiell gefährliche Spiel von Spaßverderber Roman Yaremchuk gegen Marcel Tisserand aufregte: Die Wölfe hatten sich den Last Minute-Ausgleich beim 2:2 (2:1)-Unentschieden in der Europa League-Gastspiel bei KAA Gent am gestrigen Abend irgendwo auch selbst zuzuschreiben. Denn Grün-Weiß hatte nach 2:0-Führung und einem überaus couragierten Auftritt genauso stark nachgelassen.

Es ging so gut los: Wolfsburgs Wout Weghorst (r.) erzielt gegen Mikael Lustig und Thomas Kaminski das 1:0.

Zwar bleiben die Niedersachsen auch nach dem 21. Pflichtspiel unter Coach Oliver Glasner ungeschlagen, verspielten aber leichtfertig eine gute Ausgangslage in der Gruppe I. Vor geschätzten rund 18 000 Zuschauern in der Ghelamco Arena hatten Wout Weghorst (3. Minute) und Joao Victor (24.) das anfängliche Offensivfeuerwerk in Toren ausgedrückt. Doch dann kam Yaremchuk.

Die Wolfsburger erwischten beim heimstarken Tabellendritten der belgischen Jupiler Pro League einen perfekten Start. Bereits mit dem ersten Angriff gingen die Gäste in Führung. Nach einem traumhaften Pass des starken Maximilian Arnold legte der nach einer Ecke noch aufgerückte Marcel Tisserand den Ball quer auf Weghorst, der aus kurzer Distanz nur einzuschieben brauchte.

Das frühe Tor gab den nach ihrer Erfolgsserie eh schon selbstbewussten Wolfsburgern weitere Sicherheit. In beeindruckend souveräner Manier bestimmten die Wölfe zunächst das Geschehen. Die Gastgeber offenbarten dagegen in der Defensive erstaunliche Schwächen. Eine davon nutzte Joao Victor Mitte des ersten Durchgangs zum 2:0. Erneut leistete Arnold die Vorarbeit. Und der VfL hätte den Vorsprung gut und gerne auch noch ausbauen können.

Joao Victor (r.) traf in der 24. Minute per Flachschuss zum 2:0 für die Wölfe.

Gent wurde allerdings zunehmend etwas stärker. Kurz vor der Pause war der ukrainische Torjäger dann zur Stelle und ließ VfL-Keeper Pavao Pervan mit einem wuchtigen Schuss keine Abwehrchance. Die Partie war damit wieder völlig offen, der VfL büßte seine Souveränität ein. Und hatte Glück, dass Jonathan David in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nicht ausglich.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Glasner-Team immer weiter in die Defensive gedrängt. Entlastung? Fehlanzeige! Erst nach etwas mehr als einer Stunde konnte sich der VfL wieder ein wenig befreien und hatte Pech, dass Gents Abwehrchef Michael Ngadeu nach einer Notbremse gegen Victor nicht die Rote Karte sah. Richtig gefährlich wurde der VfL aber nicht mehr und bettelte etwas um den Ausgleich. Wolfsburg schien mit einem blauen Auge davonzukommen, bis es doch noch klingelte.

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