„Bitter, bitter, bitter“: Pauli hadert nach spätem Ausgleich

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Gerald Asamoah war nach Spielschluss der Verzweiflung nahe: Wieder kassierte St. Pauli kurz vor Ende ein folgenschweres Gegentor.

Wolfsburg - Von Arek Marud. Erst der Spielabbruch, dann der angekündigte Abschied von Trainer Holger Stanislawski, nun der späte Ausgleichstreffer gegen den VfL Wolfsburg. Der FC St. Pauli kassierte innerhalb von acht Tagen den dritten Treffer mitten ins Herz.

Gemessen am „richtig, richtig guten Spiel“ (Stanislawski) war das 2:2 ein richtig, richtig schlechtes Resultat. „Das fühlt sich wie eine Niederlage an“, musste Paulis Coach eingestehen. Obwohl mit sieben Niederlagen in Folge im Gepäck angereist, spielten die Hamburger, als hätten sie gerade sieben Mal hintereinander gewonnen. „Ich muss mich erstmal wieder beruhigen. Das ist schwer zu verarbeiten. Bitter, bitter, bitter“, sagte St. Paulis Sportdirektor Helmut Schulte. Zum wiederholten Male kassierte seine Mannschaft einen Gegentreffer in der Schluss-Viertelstunde. Dadurch verspielte der Liga-17. bereits 16 Punkte in der Schlussphase. „Irgendwann macht es keinen Spaß mehr, dass wir Tore in den letzten Minuten durch Standards kriegen. Das tut weh“, haderte Gerald Asamoah.

„Das ist ärgerlich“, seufzte Deniz Naki, der drei Minuten nach seiner Einwechslung das 1:1 und seinen ersten Bundesliga-Treffer erzielte. Wie sich das anfühlt, „kann man nicht beschreiben, man muss es erleben“, konnte er sich wenigstens ein wenig über seine Torpremiere, aber nicht über den Spielausgang freuen. Andererseits empfand der Joker das 2:2 durchaus als moralischen Sieg. „Man konnte sehen, dass es Wolfsburg noch schlechter ging.“

Vier Spieltage vor Schluss scheint der Weg im Abstiegskampf vorgezeichnet. Schlusslicht Gladbach hat nur noch minimale Chancen, die punktgleichen St. Paulianer und Wolfsburger streiten sich in Anbetracht eines Vier-Punkte-Rückstandes auf einen Nichtabstiegsrang um einen Relegationsplatz.

Der Aufsteiger sieht sich im Vorteil. „Wir haben die Klasse, das hat man heute gesehen“, so Stanislawski, der unter der Woche unter Tränen seinen Abschied zum Saisonende bekannt gab. Das wiederum schien die geschockten Spieler zu beflügeln. „Entweder, weil sie mir etwas mitgeben wollen“, mutmaßte Stanislawski oder „weil sie froh sind, dass ich gehe“.

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