Bitte wenden: VfL hält Kurs Europa

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Ausnahme: Die Wölfe um Torschütze Junior Malanda (l.) hatten gegen die Nürnberger (Hiroshi Kiyotake) nur ganz selten das Nachsehen.

Wolfsburg. Im Navi ist als Zieladresse ganz pauschal Europa eingegeben. Ganz offensichtlich müssen die Fußballer des VfL Wolfsburg aber immer erst die Ansage „Bitte wenden“ hören, um in die Erfolgsspur zu kommen. Zum dritten Mal in Folge (und zum fünften Mal in dieser Saison!) schlugen die Wölfe in einem Heimspiel zunächst die falsche Richtung ein, um am Ende doch noch zu punkten. In diesem Fall dreifach beim 4:1 (2:1)-Offensivspektakel gegen den 1. FC Nürnberg, der ungebremst die Sackgasse in Richtung 2. Liga hinunterdüst.

Wolfsburg als Meister im Kurve kratzen. „Das scheint uns zu verfolgen, dass wir erst einmal einen Rückstand brauchen“, bemerkte auch Trainer Dieter Hecking angesichts des frühen Gegentreffers durch Markus Feulner (8.). Der erste und einzige (!) Torschuss der Gäste in Halbzeit eins ließ beim VfL aber nicht die Warnblinkanlage anspringen. „Wir kommen sehr, sehr gut und heute sehr schnell zurück“, registrierte Hecking zufrieden.

Angetrieben vom überragenden Kevin de Bruyne (drei Torvorlagen) riss das Kroaten-Duo Ivica Olic und Ivan Perisic per Doppelschlag (19., 22.) in Nullkommanichts das Lenkrad herum. Wenn sich die Wölfe etwas vorwerfen lassen mussten bis zum Pausenpfiff, dann das fehlende dritte oder vierte Tor. Topchancen dazu gab es zuhauf gegen die stur hochdeckenden Franken.

Das hätte unmittelbar nach Wiederbeginn fast zum Kolbenfresser geführt. Der VfL wirkte in der Anfangsviertelstunde plötzlich zu pomadig, schaltete zwei Gänge zurück. Viel fehlte nicht, und Feulner hätte den Wolfsburger Motor mit seinem zweiten Treffer womöglich vollends abgewürgt (54.). „Da hatten wir wieder einen kleinen Schlendrian drin“, beklagte Hecking an einem ansonsten „rundum gelungenen Nachmittag“.

Das 3:1 durch den neuen Publikumsliebling Junior Malanda (69.) nach einem 1a-Konter setzte den Blinker in Richtung mögliche Champions League-Qualifikation. Der FCN kam durch Torjäger Josip Drmic nur noch einmal gefährlich vor den Kasten von Max Grün (74.). Ansonsten spielten nur die Hausherren, die durch Perisics Doppelpack (82.) nicht nur vier Tore erzielten, sondern erstmals in dieser Spielzeit – wenn auch nur für eine Nacht – auf den vierten Platz kletterten. „Es war wichtig, dass wir keine Punkte liegen lassen“, betonte Hecking.

Das nächste Extra-Etappenziel hatten die Fans bereits während der Partie ins Navi getippt: „Über Dortmund fahren wir nach Berlin.“ Beim schnellen Wiedersehen hofft der VfL am Dienstag auf den Einzug ins DFB-Pokal-Finale.

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