Fußball – DFB-Pokal, Achtelfinale: VfL will Leipzig-Pleite 2011 vergessen machen

Berlin statt Blamage!

Man könnte fast meinen, Diego Benaglio betet dafür, dass der VfL Wolfsburg dieses Mal weiterkommt...
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Man könnte fast meinen, Diego Benaglio betet dafür, dass der VfL Wolfsburg dieses Mal weiterkommt...

Wolfsburg. Der Wahnsinn von Bremen liegt drei Tage zurück. Der Frahnsinn von Leipzig bereits 1314 Tage. Ein gewisser Daniel Frahn, auch heute noch Kapitän von RB Leipzig, katapultierte den haushohen Favoriten VfL Wolfsburg am 29.

Juli 2011 mit drei Toren beim 3:2-Sieg aus dem DFB-Pokal. Geschichte, die sich am heutigen Mittwoch (19 Uhr) für die Wölfe bei der Rückkehr in die Messe-Metropole nicht wiederholen soll.

Diego Benaglio, Christian Träsch, Marcel Schäfer, Patrick Ochs: Das sind die aktuellen Wolfsburger Spieler, die sich noch gut (oder eher schlecht) an die Blamage erinnern können. Die Vorzeichen mögen nicht mehr ganz so eindeutig wie einst sein, aber immer noch klar. Die Roten Bullen, bei der Sensation noch Viertligist, haben ihren fast unweigerlichen Aufschwung bis in Liga zwei fortgesetzt.

Auch wenn sich dort der Traum vom direkten Durchmarsch zu zerschlagen scheint, so ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis RasenBallsport in der Bel-Etage des deutschen Fußballs ankommt. Eine Duftmarke wollen die Sachsen schon heute setzen. „Für solche Aufgaben wie gegen den VfL Wolfsburg zu spielen, lebt unsere Mannschaft“, bekräftigte Leipzigs Interimscoach Achim Beierlorzer.

Die Wölfe indes leben für ein ganz anderes hochtrabendes Ziel. „Wir wollen nach Berlin. Unsere Motivation ist enorm hoch“, untermauerte Trainer Dieter Hecking gestern mit Nachdruck. Kein Wunder, schieden die Grün-Weißen doch in den vergangenen zwei Jahren jeweils kurz vor Torschluss im Halbfinale (gegen Bayern und Dortmund) aus.

Der Blick über den Tellerrand heißt aber nicht, dass der VfL – Maximilian Arnold fällt durch eine Trainings-Verletzung aus – den ambitionierten Zweitligisten auf die leichte Schulter nimmt. „Wir haben immer Respekt vor dem Gegner, egal wie er heißt“, betonte Hecking. „Meine Mannschaft muss das Pokalspiel verinnerlichen und annehmen. Lassen wir auch nur wenige Prozentpunkte nach, wird es ein schwieriges Spiel für uns.“

Für den VfL-Coach selbst ist es zudem ein ganz besonderes Spiel. Von 1992 bis 1994, also kurz vor dem ersten und bisher einzigen Endspiel-Einzug der Wölfe ins Pokalfinale, kickte Hecking für den VfB Leipzig und stieg in die Bundesliga auf, damals noch im alten Zentralstadion. „Ich hatte in Leipzig beim VfB eine tolle Zeit, meine Zwillinge sind dort geboren worden. Das neue Stadion kenne ich noch gar nicht. Daher freue ich mich auch darauf, auf die Stimmung.“ Die Arena könnte mit 43 000 Zuschauern ausverkauft sein.

Von Ingo Barrenscheen

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