Benaglios Bock belustigt

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Glück gehabt: Thomas Müller steht bei seinem Abstauber-Tor in der 90. Minute im Abseits. Beim 0:1 hatte er aber von einem Fehler von Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio profitiert.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. „Auf deutsch gesagt: Das ist schei... gelaufen“, gestand Diego Benaglio. Der Keeper des VfL Wolfsburg hätte die Kuriosum-Szene des Bundesliga-Spiels gegen die Bayern (1:1) auch in Schwitzerdütsch formulieren können – es wäre aufs Gleiche hinausgelaufen. So oder so: Sein Lapsus vor dem Münchener Führungstor sorgte für Schmunzler. Auch beim Schweizer selbst.

Besagter Bock ereignete sich in der 7. Minute: Benaglios Befreiungsschlag traf den heranrauschenden Thomas Müller und prallte aus 20 Metern zurück ins Wolfsburger Tor. Angesichts des späten Ausgleichstreffers nahm es der Unglücksrabe aber mit Humor: „Müller stand halt einfach am falschen Ort…“ Dem ebenfalls etwas zu zögerlichen Marcel Schäfer hätte er noch signalisiert, dass er klären wolle. „Das hat nicht ganz hingehauen.“ Wer den Hohn hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Das übernahm Torschütze Müller. Grinsend sagte er: „Den macht nicht jeder so.“ Genau genommen hätte der Treffer in seiner Entstehung aber gar nicht zählen dürfen. Voraus ging ein langer Abschlag von Bayerns neu installiertem Torhüter Thomas Kraft – doch der Ball ruhte noch nicht. Der Youngster gab nach seinem starken Debüt zu: „Ja, der Ball rollte noch. Ich habe Glück, dass es der Schiedsrichter nicht gesehen hat.“ Benaglio als späterer Geschädigter konnte drüber hinwegsehen. „Ganz großes Kompliment, wie die Mannschaft drauf reagiert hat. Aufgrund der Moral war der Punkt verdient. Insgesamt war es ein guter Auftritt.“ Übrigens noch einmal zurück zum Duo Benaglio/Schäfer. Letzterer hatte ja am Freitag von Coach Steve McClaren das Kapitänsamt zugesprochen bekommen. Zweiter Kandidat für das Erbe von Edin Dzeko war der VfL-Keeper gewesen. Der hätte die Binde „gern gehabt“. Deshalb sei schon ein „bisschen Enttäuschung“ nach McClarens Entscheidung da gewesen. „Mir fällt es aber auch leicht, das zu akzeptieren. Ich weiß, dass Marcel dieses Amt hervorragend ausüben wird“, sagte Benaglio. Die Tatsache, dass der Coach ihn in die engere Wahl genommen hatte, zeigt, „dass ich mir einen gewissen Stellenwert im Verein erarbeitet habe.“ Ob Mannschaftsführer oder nicht: Er wolle künftig auch so mehr Verantwortung übernehmen. Ohnehin plädierte Benaglio für einen offenen und auch mal lauten Austausch untereinander: „Man muss sich auch mal die Meinung des anderen anhören und damit leben können.“

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