Rot belebt Grün: Feldverweis als Wolfsburger Weckruf

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Die Grünen (l. Alexander Madlung) mussten gegen die roten Teufel (Dorge Rostand Kouemaha) erst die rote Karte erhalten, um sich zu steigern und mit 1:0 zu gewinnen.

Wolfsburg - Von Arek Marud.  Kuriose Wende in jeglicher Hinsicht. Ausgerechnet ein Grieche verhinderte die drohende Wolfsburger Pleite. Sotirios Kyrgiakos kassierte zwar Rot. Zu zehnt ließ sich der VfL nichts zu Schulden kommen und verhinderte mit dem 1:0-Heimsieg über Kaiserslautern eine Bankrotterklärung.Nach dieser sah es nach 45 Minuten aus. Nichts klappte, nichts stimmte, alles fehlte. Weder Spielkonzept noch -kultur waren erkennbar. Irgendwann hatte auch das für gewöhnlich geduldige, aber am Sonnabend erstaunlich ruhige Wolfsburger Publikum genug – Pfiffe nach dem x-ten Fehlpass. Kopfschütteln auf der Bank, wo der grimmig dreinschauende Felix Magath schon nach 30 Minuten die Ersatzspieler zum Warmlaufen schickte. Unter ihnen weilte nicht Patrick Helmes, der überraschend den Vorzug vor Mario Mandzukic erhielt, seine Chance aber nicht nutzte und zur Pause raus musste.So wie Kyrgiakos, der wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff nach einem Zupfer gegen Itay Shechter vor dem Strafraum Rot wegen Notbremse sah. „Die waren mausetot“, stichelte der Lauterer Christian Tiffert.Nicht ganz so drastisch drückte sich Magath über das leblose Offensivspiel seiner völlig uninspirierten Elf aus, das „verbesserungsbedürftig“ war. „Defensiv haben wir gut gearbeitet. Im Spiel nach vorne haben wir aber zu viele Fehler gemacht.“Ausgerechnet als Abwehrchef Kyrgiakos ging, kam Hoffnung und bald die Freude zurück. Die Wölfe spielten nach der Pause gegen die zu passiven Lauterer wie verwandelt. Der eingewechselte Mandzukic belebte den Angriff und leitete mit der Hacke das Siegtor ein. Marcel Schäfer bediente Ashkan Dejagah per „Traumflanke“ (Magath), der per Kopf den Siegtreffer markierte – eine perfekte Reaktion nach der ersten Hälfte und auf die Krise im Allgemeinen, wie Abwehrspieler Alexander Madlung fand. „Das war genau der richtige Zeitpunkt, um in der Liga mal ein Ausrufezeichen zu setzen.“ Nach dem dritten Sieg im siebten Spiel ist der VfL wenigstens raus aus den roten Zahlen. Aber längst noch nicht über den Berg.

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