Fußball – Europa League: VfL will heute in Malmö bestehen

Beherzt in den Hexenkessel

+
Das könnte eine enge Kiste werden: Der VfL Wolfsburg (l. Josip Brekalo) kann sich nach dem knappen 2:1-Sieg im Hinspiel gegen Malmö FF (Anel Ahmedhodzic) beileibe nicht zurücklehnen.

Malmö – Alter Schwede! Womöglich mag diese banale Redewendung dem ein oder anderen Akteur aus dem Tross des VfL Wolfsburg heute Abend über die Lippen huschen, wenn er den designierten Hexenkessel betritt.

Es wird interessant zu sehen sein, ob der Faktor Fan im Europa League-Rückspiel zwischen Malmö FF und dem Fußball-Bundesligisten eine Rolle spielen wird, wenn der Anpfiff um 18. 55 Uhr ertönt.

Nicht von ungefähr kann der Herausforderer eine ausgeprägte Heimstärke ins Feld führen. Doch VfL-Cheftrainer Oliver Glasner glaubt an widerstandsfähige Wölfe inmitten des engen Stadions, direkt am Spielfeldrand mit frenetischen schwedischen Schlachtenbummler gesäumt. „Wir werden unseren Mann stehen“, bekräftigte der Österreicher am Abend vor dem Showdown in der Hafenstadt. Auch Mittelfeldspieler Josip Brekalo ist von seinen Mitspielern schon geimpft worden. „Ich habe gehört, dass uns sicher eine herausragende Atmosphäre erwartet. Malmö wird es uns sicher mit den eigenen Fans im Rücken nicht leicht machen.“ Die FF-Arena ist für ihre Energie bekannt, wird mit über 20 000 Zuschauern wohl ausverkauft sein. Darunter 1700 Anhänger aus Wolfsburg, die ihr Bestes geben werden, um sich Gehör zu verschaffen.

Das Gleiche erwarten sie von ihrer Mannschaft, die mit einer „2:1-Halbzeitführung in die zweite Spielhälfte“ geht, sagte Glasner in Anlehnung an den knappen Hinspielerfolg. Dieser gibt leichten Grund zum Optimismus. Mehr aber auch nicht. Deshalb soll der VfL die Flucht nach vorne antreten. Glasner: „Wir werden versuchen, Tore zu erzielen und nicht abzuwarten.“ Immerhin trumpfte Grün-Weiß zuletzt auswärts auf (4:2 in Paderborn, 3:2 in Hoffenheim), hat keinen Grund, sich zu verstecken gegen den Underdog. Glasner erwartet durch den Vorsprung auch mehr Räume als vor Wochenfrist. Mut macht zudem der 4:0-Sieg in der Meisterschaft über Mainz. Das sieht auch Brekalo so: „Wenn wir an unsere letzte Leistung anknüpfen, dann können wir weiterkommen.“

Abzuwarten bleibt, wie Glasner in der Defensive auf die Ausfälle von Kevin Mbabu (Gelbsperre), William, Jerome Roussillon und Kapitän Josuha Guilavogui (alle verletzt) reagieren wird. Mit einer Rückkehr zur Dreierkette? Möglich. Und wer gibt den Rechtsverteidiger? Vermutlich Marcel Tisserand. Oder Renato Steffen, der aber zuletzt offensiv brillierte.

VON INGO BARRENSCHEEN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare