Fußball – Bundesliga: Späte wie bittere 0:2-Niederlage für VfL beim Angstgegner

Bayerns Blitzjoker knackt auch Wölfe

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Gerührt, nicht geschüttelt... Bayerns Last Minute-Torschützen Joshua Zirkzee (l.) und Serge Gnabry jubeln über den 2:0-Sieg über den VfL Wolfsburg. Fotos: DPA/MATTHIAS BALK

München – 85 Minuten lang hatten sie Beton angerührt. Doch am Ende rührte wieder Nationalspieler Serge Gnabry, nachgeahmt vom neuen Super-Blitzjoker Joshua Zirkzee, in seinem berühmten Tor-Tee.

Angesichts dieses Jubels war klar: Der VfL Wolfsburg war einmal mehr in der Fußball-Bundesliga an seinem roten Tuch namens FC Bayern München gescheitert. Zwei späte wie bittere Gegentore führten für die Wölfe im letzten Spiel vor der Weihnachtspause zur 0:2 (0:0)-Niederlage beim deutschen Rekordmeister. Im mittlerweile 23. Anlauf die 21. Schlappe (bei zwei Remis) in der Allianz-Arena für Grün-Weiß.

Am Ende wie fast immer unterlegen: Felix Klaus (vorn) und die Wölfe verloren in München (Thomas Müller).

Wie schon drei Tage zuvor in Freiburg hatte der 18 Jahre alte Niederländer Zirkzee seinem Club kurz nach seiner Einwechslung, mit der ersten Ballberührung (!), den Allerwertesten gerettet und sein Fußball-Märchen damit fortgesetzt. „Er hat ein Grinsen im Gesicht“, berichtete sein Trainer Hansi Flick später stellvertretend für den Youngster, der weiter Redeverbot mit den Medien hat: „Es ist schön, dass er uns mit zwei Ballkontakten jeweils auf die Siegerstraße gebracht hat.“ Ebenfalls eine Blaupause zu Freiburg: Gnabry legte nach. „Das war wieder ein Sieg des Willens“, meinte FCB-Kapitän Manuel Neuer.

Der Bayern-Tank schien bis zum späten Doppelschlag leer. Dann aber legte Thomas Müller erst Zirkzee den Ball auf, kurz danach bediente Robert Lewandowski beim 2:0 Gnabry. Beide Male war auch der stark haltende Koen Casteels im VfL-Tor machtlos. Für Flick hingegen die letzten positiven Jobsignale: Denn am Sonntag verkündete die Münchener Führungsriege, dass der Interimscoach das Amt bis zum Saisonende ausüben dürfe (siehe auch überregionaler Sport).

Die lange wehrhaften Wolfsburger haderten hingegen. Selten, vielleicht nie, waren sie einem Sieg bei den Bayern so nah gewesen. „Den wichtigsten Ball, den rein ins Tor, haben wir nicht gemacht“, bedauerte Trainer Oliver Glasner. Beide Mannschaften gingen personell ausgezehrt in die letzte Partie des Kalenderjahres. Und es entwickelte sich bei nasskaltem Wetter ein zähes Fußballspiel – bis zum Happy End für den Favoriten.

Wenn es gefährlich wurde, war lange Wolfsburgs Torwart zur Stelle: Casteels parierte einen Kopfball von Ivan Perisic (12.), einen Freistoß von David Alaba (23.) und auch an einen Schuss aus spitzem Winkel von Gnabry (23.). Dazu schoss Coutinho über das VfL-Tor (42.). Die Gäste begannen derweil ohne ihre gesundheitlich angeschlagenen Angreifer Wout Weghorst und Daniel Ginzcek. Ersatz Felix Klaus war zwar ein Aktivposten, vergab aber auch die größte Chance der ersten Hälfte gegen Manuel Neuer scheiterte (16.).

Bayerns Lazarett vergrößerte sich, als Javi Martínez vor der Pause einen Muskelbündelriss erlitt. Jérôme Boateng sprang ein. Wolfsburgs Joao Victor rutschte gleich nach der Pause bei einer Großchance knapp an einer Hereingabe vorbei. Spritzigkeit und Leichtigkeit fehlten bei den Bayern und es lief auf einen unverhofften VfL-Punktgewinn hinaus. Bis der Grinch namens Zirkzee zuschlug.  dpa/ib

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