Fußball – Bundesliga: Last Minute-Elfmeter bringt VfL um Punkt gegen Bayern

Oh, wie ist das B-Itter...

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Das hätte bereits das 1:1 sein können/müssen: Doch VfL-Keeper Koen Casteels (verdeckt) pariert den ersten Elfmeter von Bayerns Arjen Robben mit einer Glanzparade...

Wolfsburg. Erst war der Arm dran. Dann waren die Wölfe arm dran. Mit Mann und Maus hatte der VfL Wolfsburg im Heimspiel gegen den Bundesliga-Alleinunterhalter FC Bayern München verteidigt, hätte sich für seine aufopferungsvolle Abwehrschlacht fast belohnt.

Aber eben nur fast. Denn zweimal sah der ansonsten überzeugende Grünschnabel Gian-Luca Itter gegen Routinier Arjen Robben viel älter als seine tatsächlichen 19 Jahre aus. Und das langte dem Branchenprimus, um einen durchaus verdienten, aufgrund des Last Minute-Tores von Robert Lewandowski per Foulelfmeter allerdings auch glücklichen 2:1-Sieg zu entführen.

...doch das half letztlich alles nichts. Gian-Luca Itter (Foto oben/l.) und Daniel Didavi haderten, Robert Lewandowski jubelte.

Für die lange Zeit biederen Bayern Business as usual. Für die wackeren Wölfe der nächste Nackenschlag. In der ersten Minute der Nachspielzeit hatte Itter, vom mehr und mehr wackelnden VfL-Coach Martin Schmidt nach langer Zeit wieder berücksichtigt, Robben das zweite Mal aus den Augen verloren. Verhängnisvoll. Denn der Youngster ließ sich zu einem überflüssigen Ziehen hinreißen, der fliegende Holländer nahm das Geschenk dankend an... „Ich denke, er kann auch einfach weiterlaufen. Er muss nicht fallen“, bewertete der verhinderte Wolfsburger Matchwinner Daniel Didavi die entscheidende Szene kritisch. Er hatte den kriselnden VW-Club nach acht Minuten per Kopfball überraschend in Führung gebracht, stand nach Lewandowskis 20. Saisontreffer in der Nachspielzeit aber genauso bedröppelt auf dem Rasen wie alle seine Teamkollegen.

Dabei hatten es die Grün-Weißen zumindest in der ersten Halbzeit ordentlich gemacht. Zwar wurde der VfL von der Ballbesitz-Maschine (68 Prozent) aus München förmlich in der eigenen Hälfte festgenagelt, verteidigte aber geschickt und gewährte dem FCB nicht eine Chance aus dem Spiel heraus. Doch die Luft zum Atmen wurde für die Gastgeber nach Wiederbeginn dünner und dünner. Weil die Bayern nun zielstrebiger agierten und Wolfsburg förmlich mürbe spielten. Der Ausgleich durch Sandro Wagner nach 64 Minuten: die logische Konsequenz, nachdem Torwart Koen Casteels zuvor bereits den ersten Elfmeter gegen Robben sensationell pariert hatte (55.).

Von Schulterklopfern nach der – im Vergleich zur Bremen-Selbstaufgabe – passablen Leistung hielt Schmidt nichts. „Die Leistung kann gerne die Presse bewerten, ich bewerte das Spiel und sage, das war zu wenig heute zum Gewinnen.“ Seine Mannschaft hätte die Begegnung in der Offensive verloren. Denn dort herrschte, von Didavis Ausbüchser mal abgesehen, ansonsten totale Ebbe. Schmidt analysierte treffend: „Wir haben die Bälle, die wir hatten, viel zu schnell hergeschenkt, und haben es verpasst, das 2:0 zu setzen. Irgendwann passieren Fehler, wenn man müde ist.“

Von Ingo Barrenscheen

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