Außenseiter wetzt Messer

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Wolfsburg im freien Fall: Ein Straucheln von Thomas Kahlenberg (l.) und Co. heute im DFB-Pokal-Spiel bei Fünftligist SC Victoria Hamburg käme einem Super-GAU gleich.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Eigentlich hat der VfL Wolfsburg derzeit in der Fußball-Bundesliga genug Problemfelder. Nun kommt auch noch ein Nebenkriegsschauplatz im DFB-Pokal hinzu: Gegner SC Victoria Hamburg hat vor dem Zweitrunden-Duell am heutigen Dienstag (19 Uhr) kräftig die Messer gewetzt.

Das Säbelrasseln begann vor wenigen Tagen in visueller Form. Fünftligist Victoria veröffentlichte zwei provokante Internet-Videos unter dem Slogan "Kleine Hamburger ärgern die Wölfe". Der VfL reagierte mit einer Gegenvariante. Die Aussagen von SC-Coach Bert Ehm allerdings sind dann nicht mehr ganz so humorvoll. Im Gegenteil! Martialisch kündigte der 64-Jährige vor dem Spiel der Spiele für den Oberliga-Klub an: "Ich hätte nichts dagegen, wenn beim Abpfiff Blut am Pfosten klebt." Wolfsburg muss sich heute Abend am Hamburger Millerntor auf einen wild entschlossenen Außenseiter einstellen, der die sportliche Krise des Deutschen Meisters von 2009 zu gerne schamlos zu einer Sensation ausnutzen will. Für den Pokal-Schlager hat Victoria bereits über 4000 Karten abgesetzt. Zum Vergleich: Ganze 98 Zuschauer lockte das vergangene Oberliga-Heimspiel an... Wolfsburgs Trainer Steve McClaren bringt die Ausgangslage für den Bundesligisten auf den Punkt: "Wir haben nichts zu gewinnen – aber wir müssen gewinnen." Alles andere als ein klarer Erfolg des VfL wäre eine Enttäuschung, ein Ausscheiden gar ein Fiasko. Das kommende Punktspiel gegen Stuttgart bezieht er in seinen Ausblick gleich mit ein: "Es ist eine große Woche für uns, in der wir zwei Spiele gewinnen müssen. Mit einem Erfolg im Pokal können wir einen Schritt zurück in die Erfolgsspur machen." Nach der verbalen Mega-Watschn für die VfL-Profis durch ihn und Manager Dieter Hoeneß (siehe Artikel rechts) zeichnen sich grundlegende Änderungen in der Wolfsburger Startelf heute im Pokal ab. "Es ist Zeit für Wechsel", stellt McClaren unmissverständlich dar. Auch für einen Mentalitäts-Wechsel. Auch wenn dann nichts am Pfosten kleben bleibt: Ein blutleerer Auftritt des haushohen Favoriten wäre den kleinen Hamburgern nur allzu recht.

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