Fußball – Bundesliga: VfL Wolfsburg schenkt in Freiburg drei Führungen her

Attraktiv und ärgerlich zugleich

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Sie kreuzten die Klingen – und wie! Zwischen Wolfsburg (Foto links/l. Josuha Guilavogui gegen Florian Niederlechner) und Freiburg ging es hoch her. Jerome Roussillon (Foto rechts oben) brachte die Wölfe zunächst in Führung, doch Luca Waldschmidt setzte den Schlusspunkt zum 3:3.

Freiburg – Zugegeben: Es gab an diesem äußerst unterhaltsamen wie abermals diskussionswürdigen Samstagnachmittag in der Fußball-Bundesliga ein weiteres überlegenes Team (aus Dortmund), das sich über sein 3:3 noch mehr ärgern durfte.

Doch auch der VfL Wolfsburg haderte nach seinem turbulenten wie torreichen Unentschieden beim SC Freiburg mit sich und dem Endergebnis. Dreimal hatten die Wölfe im Breisgau vorgelegt, dreimal hatten sie die Führung wieder hergeschenkt. Und mussten, als Pointe auf die immer wieder aufflammenden Zwiegespräche über den Videobeweis, ganz am Ende noch heilfroh sein, überhaupt noch einen Punkt mit nach Hause genommen zu haben.

Denn in der Nachspielzeit köpfte Freiburgs Philipp Lienhart das vermeintliche 4:3 und verwandelte das Schwarzwald-Stadion für wenige Augenblicke in ein Tollhaus. Doch die Emotionen köchelten schnell nur noch auf Sparflamme und kehrten sich dann in Freiburger Fassungslosigkeit um. Denn Schiedsrichter Felix Brych bemühte nach Wolfsburger Protesten, zuvorderst von Keeper Koen Casteels, den Videobeweis und erkannte den Siegtreffer nicht an. Selbstverständlich eine neuerliche Szene mit Beteiligung des ominösen Kölner Video-Kellers, der für reichlich Redebedarf sorgte (siehe auch unten).

Doch in dieser Gemengelage wollten beide Trainer auch nicht verhehlen, was für ein attraktives Match die 23600 Zuschauer geboten bekommen hatten. „Man muss sagen, dass es Werbung für den Fußball war. Das ist der Grund, warum ich Fußball so liebe, wenn man solche Spiele abliefert“, meinte Labbadia, der am Freitag seinen 53. Geburtstag gefeiert hatte. Doch weil ihm das vollendete Geschenk verwehrt blieb, fiel es ihm schwer, ein Fazit zu ziehen: „Es fühlt sich heute echt komisch an. Wir sitzen heute mit einem weinenden Auge in der Kabine.“

Denn das ganze Trara zum Schluss hätten sich die Grün-Weißen getrost ersparen können. Denn der spielerisch überlegene VfL bestimmte an und für sich das Geschehen. Nach Hereingabe des neu in die Startelf gerückten Josip Brekalo traf Jerome Roussillon mit seinem zweiten Bundesliga-Treffer flach zur Wolfsburger Führung (11.). Doch statt diese auszubauen, bescherte ein kapitaler Ballverlust von John Anthony Brooks gegen Florian Niederlechner den Gastgebern kurz vor der Pause den Ausgleich durch Vincenzo Grifo (37.).

Labbadia dürfte sein Team in der Pause ermahnt haben, wieder zuzulegen. Das tat der VfL und legte durch einen verwandelten Foulelfmeter von Wout Weghorst (63.) erneut vor. Wieder antwortete Freiburg in Person von Nils Petersen nach einer Ecke (70.). Doch Weghorst glänzte auch als Vorbereiter per Hacke zu Renato Steffen, der postwendend das 2:3 erzielte (74.). Aber auch dieser Vorsprung hielt nicht, weil das immerwährende Wolfsburger Schreckgespenst Luca Waldschmidt (schoss die Wölfe schon einst im HSV-Trikot in die Relegation) auf 3:3 stellte (88.). Immerhin der Super-(Breis)Gau blieb den Labbadia-Schützlingen erspart. Was beide Seiten aus ihrem Blickwinkel bedauerten. Weghorst: „Es ist enttäuschend.“ Streich seufzte: „Wir hätten brutale Energie gekriegt.“

VON KRISTINA PUCK UND INGO BARRENSCHEEN

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