Fußball – Bundesliga: Enttäuschende Heimpleite gegen S04

Armselig: VfL schießt nicht einmal aufs Tor!

Da passiert es: Schalkes Leon Goretzka kommt in der 82. Minute frei zum Schuss und darf im Anschluss jubeln (kl.Foto), der Ball schlägt unhaltbar für VfL-Keeper Diego Benaglio im Tor ein. Fotos: Gades/dpa
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Da passiert es: Schalkes Leon Goretzka kommt in der 82. Minute frei zum Schuss und darf im Anschluss jubeln (kl.Foto), der Ball schlägt unhaltbar für VfL-Keeper Diego Benaglio im Tor ein.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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dpa/ib Wolfsburg. Den einzigen Knalleffekt gab es Sekunden nach dem Anpfiff. Aus der Nordkurve schwirrte grün-goldenes Lametta durch die Volkswagen Arena. Glamour, den der VfL Wolfsburg im Anschluss nicht verspühte.

Im Gegenteil! Eine Statistik sagte mehr als tausend Worthülsen: Nicht ein Schuss aufs Tor in 90 Minuten gegen den FC Schalke 04! Dass die Partie dann zu allem Überfluss auch noch wegen eines Schlafmützen-Moments 0:1 (0:0) verloren ging, passte ins triste Heimspiel-Bild der nach wie vor kriselnden Wölfe in dieser Saison.

Statt nach dem 3:0-Erfolg in Freiburg – augenscheinlich doch kein Befreiungsschlag – einen Aufschwung (mit) zu nehmen, waren es die Schalker, die im zehnten Pflichtspiel in Serie ungeschlagen blieben und ihren ersten Auswärtssieg bejubelten. „Die ganze Mannschaft hat eine positive Entwicklung genommen“, strahlte S04-Coach Markus Weinzierl nach dem verdienten Erfolg. Den entscheidenden Treffer erzielte vor 30 000 Zuschauern Leon Goretzka (82.). „Acht Siege und zwei Unentschieden, das spricht für sich“, sagte der Schalker Coach mit Blick auf den Lauf der Königsblauen.

Der VfL hingegen wartet auch unter dem zum Chef-Trainer beförderten Valérien Ismaël auf den ersten Heimsieg. „Das ist ärgerlich“, kommentierte der Franzose, der sein Team „zu hektisch“ fand.

Der Nachfolger von Dieter Hecking sah eine defensiv gute und nach vorne höchst fehlerhafte und völlig uninspirierte Partie seines Teams. Die von Ismaël in der gleichen Formation wie beim Sieg in Freiburg aufgestellten Wolfsburger spielten engagiert, doch im Aufbauspiel mangelte es an Genauigkeit, um Gefahr vor dem Schalker Tor zu erzeugen. Viele Stoppfehler und Fehlpässe prägten das Spiel.

Der ehemalige Schalker Julian Draxler fehlte verletzt und sah von der Tribüne, wie sein früherer Club ähnlich defensivstark agierte. Schalke attackierte früh und zwang die Wolfsburger zu Fehlern, doch das Umschaltspiel klappte fast überhaupt nicht. Nach der Balleroberung war der Ball meistens schnell wieder verloren. Erst in der zweiten Halbzeit entwickelten sie Torgefahr. Beim VfL bekam Nationalstürmer Mario Gomez nur ganz selten verwertbare Anspiele, so dass auch er ungefährlich blieb. Die Außenverteidiger Christian Träsch und Yannick Gerhardt nahmen am Spiel nach vorne nur in Ausnahmefällen teil.

Bezeichnend: In der ersten Halbzeit gab es hüben wie drüben keinen Torschuss. Langeweile, die nach dem Wechsel nur die Knappen durchbrachen. Für erstes Aufsehen sorgte eine Szene in der 61. Minute, als Benedikt Höwedes nach einer Attacke von Luiz Gustavo im Strafraum zu Boden ging. Die Schalker forderten vergeblich einen Elfmeter. Schiedsrichter Felix Zwayer ließ trotz des Körperkontaktes weiterspielen. Erst danach gab es Torchancen, zunächst durch einen Kopfball von Choupo-Moting (69.), dann durch Alessandro Schöpf (70.), der an VfL-Keeper Diego Benaglio scheiterte. Schalke wurde in letzten halben Stunde stärker. Verdienter Lohn war das Tor von Goretzka, den die Wölfe aus den Augen verloren.

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