Fußball – Bundesliga-Relegation: Gedämpfte Euphorie vor Rückspiel in Kiel

„So angehen, als wäre es 0:0“: Noch ist VfL nicht über den Berg

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Das wird noch einmal eine große Herausforderung: Der VfL Wolfsburg (l. Renato Steffen) muss sich am Pfingstmontag im Relegations-Rückspiel bei Holstein Kiel (Steven Lewerenz) auf reichlich Gegenwind einstellen.

Wolfsburg/Kiel. Bei der Tour de France schlüpft traditionell der Führende der Punktewertung ins Grüne Trikot. Nun ja, auch in der Bundesliga-Relegation 2018 liegen die Männer in Grün-Weiß in Front.

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Doch der 3:1-Hinspielerfolg des VfL Wolfsburg am Donnerstagabend gegen Holstein Kiel sei nur ein „Etappensieg“ gewesen, betätigte Trainer Bruno Labbadia die Euphoriebremse. Es war gewissermaßen nur die halbe (Woche der) Wahrheit. Denn die Tour de Förde könnte für die Wölfe am Pfingstmontag (20.30 Uhr) noch einmal mit einem brutalen Adrenalin-Anstieg einhergehen.

Darauf deutet das Echo der kessen Kieler direkt nach Spielende (siehe auch den überregionalen Sport) hin. Holstein-Torjäger Marvin Ducksch etwa kündigte ein „Feuerwerk“ an. Aber auch die heikle Schlussphase beim rasanten ersten Kräftemessen lässt noch Restzweifel offen. Mit dem Glück des Tüchtigen verhinderte der VfL ein Foto-Finish in der eigenen Volkswagen Arena. Wohl auch unter diesem frischen Eindruck saß ein fast demütiger Labbadia bei der Pressekonferenz auf dem Podium. „Wir sind gewarnt und wissen, dass wir noch nichts erreicht haben. Es wird am Montag noch einmal ähnlich schwer.“ Seine Mannschaft wird noch einmal aus dem Sattel steigen und alle Kräfte mobilisieren müssen, um einen Ausreiß-Versuch der Störche zu unterbinden. Ein Leistungsabfall in den 20 Schlussminuten von Wolfsburg könnten einen (Ab)Sturz nach sich ziehen. „Wir haben uns nicht mehr so gut bewegt, waren zu hektisch und haben die Kontrolle abgegeben“, analysierte Labbadia die finale und folgenlose Blackout-Phase.

Wolfsburgs Coach ist felsenfest davon überzeugt: „In Kiel wird großer Druck kommen. Aber wir sind auch in der Lage, ein oder zwei Tore zu machen.“ Ein VfL-Treffer würde die Chancen für den Herausforderer in der Tat deutlich schmälern. Bei all der Vorsicht sei nicht verschwiegen: Immerhin lieferten die Wolfsburger 70 Minuten lang auch eine gute Leistung ab. „Wenn wir öfter in dieser Saison so gespielt hätten, hätten wir jetzt nicht diese Scheiß-Spiele“, unterstrich Aushilfs-Kapitän Maximilian Arnold.

Doch die Situation ist, wie sie ist. Einmal noch muss Grün-Weiß wie schon in der Vorsaison Gas geben, um auf der Zielgeraden jubelnd die Arme hochreißen zu können. Der Tenor scheint zu lauten: alles ausblenden. „Wir müssen das Spiel in Kiel so angehen, als wäre es 0:0 – als hätte es das 3:1 nicht gegeben“, meinte VfL-Abwehrspieler Felix Uduokhai. „Wir dürfen uns auf keinen Fall darauf ausruhen, das wäre das Gefährlichste, was wir machen können.“ Denn es sei nochmals erwähnt: Noch ist der Arbeiterverein von 1945 nicht über den Berg...

Von Ingo Barrenscheen

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