Fußball – DFB-Pokal, Viertelfinale: Foto vom Cup-Triumph 2015 soll Wolfsburg heute auf Schalke beflügeln

Alltäglicher Anblick als Antrieb!?

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Er war beim Pokaltriumph 2015 dabei: Wolfsburgs Maximilian Arnold (l.) wird seine Kollegen entsprechend anstacheln und will sich heute von Schalke (Amine Harit) nicht aus der Bahn werfen lassen.

Wolfsburg. Mit Wehmut erinnert sich die Fangemeinde des VfL Wolfsburg an die letzte Sternstunde ihres Clubs. Der schillernde Glanz des erstmaligen DFB-Pokalsiegs 2015, garniert mit der Vizemeisterschaft, ist keine drei Jahre später verblichen.

Abstiegskampf lautet der aktuelle Alltag. Schon wieder. Aber womöglich reißt am Mittwochabend eine neue Pokalheldentat die Grün-Weißen aus ihrer Tristesse: Trainer Martin Schmidt hat das Viertelfinale beim FC Schalke 04 (20. 45 Uhr, live auf ARD) als Sprungbrett ins internationale Geschäft ausgemacht. „Das Spiel ist eine Riesenchance.“

Zum einen, um dem Traum vom erneuten Endspiel-Einzug und dem Europapokal einen Schritt näher zu kommen. Zum anderen, um das ramponierte Selbstvertrauen vor dem nächsten Big Point-Match bei Werder Bremen am Sonntag aufzupolieren. Vielleicht verleiht ein alltäglicher Anblick den Wölfen heute auf Schalke Flügel. Denn am Jubelfoto vom Cup-Triumph 2015 „gehen wir jeden Tag vorbei. In dieser Woche guckt man natürlich nochmal ganz anders darauf. Der Weg, bis so etwas wieder passieren kann, muss nicht mehr weit sein“, pointierte Schmidt. Dafür benötige der VfL gegen die Königsblauen aber „eine Top-Leistung. Wir müssen leidenschaftlich an das Spiel herangehen.“

Bei der Nachbetrachtung des enttäuschenden 1:1 in der Liga gegen Stuttgart wählte Schmidt bei seinen Profis Zuckerbrot und Peitsche. Es ging um Lösungsansätze, „um solche Druckphasen wie in der zweiten Halbzeit zu überstehen. Diese Entwicklung braucht Zeit. Wir haben ein sehr junges Team, das viel Lernpotenzial hat, das noch Fehler macht. Aus diesen Fehlern muss die Mannschaft lernen.“ Andererseits werde der Club nur mit Vorwürfen seine Ziele nicht erreichen. Deshalb stellte der Chefcoach auch die positiven Ansätze aus der ersten Hälfte heraus. Nicht zum Bauchpinseln. Sondern um in verheißungsvollen Situationen noch effizienter zu werden.

1:1 hatte übrigens auch der Endstand im Bundesliga-Duell bei Königsblau gelautet. Dank eines Last Minute-Tores von Divock Origi nach überlegen geführter zweiter Halbzeit. „Da haben wir gesehen, dass wir auf Schalke nicht chancenlos sind“, macht Schmidt seinem Team Mut. Höchste Vorsicht sei allerdings bei Standards von S04 geboten. „Vor allem durch Naldo“, verweist er auf den kopfballstarken Ex-Wolfsburger. „Er kann damit einem Spiel einen anderen Charakter geben.“

Von Ingo Barrenscheen

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