Fußball – Bundesliga: Viel Videobeweis-Wirbel beim Wolfsburger 3:2-Erfolg

Aller guten Dinge sind drei (Punkte)...

Der Anfang vom VAR-wirrspiel: Den Schuss von Wolfsburgs Xaver Schlager (l.) wehrt Sebastian Rudy mit dem Arm ab – es gibt den ersten Elfmeter.
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Der Anfang vom VAR-wirrspiel: Den Schuss von Wolfsburgs Xaver Schlager (l.) wehrt Sebastian Rudy mit dem Arm ab – es gibt den ersten Elfmeter.

Sinsheim – Hände hoch! Obwohl es sich um Fußball in der Sinsheimer PreZero Arena handelte, stand am Sonnabend ein anderes Gliedmaß im Bundesliga-Match zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und dem VfL Wolfsburg im Blickpunkt.

Gleich dreimal gingen die Arme von Schiedsrichter Sören Storks zum berühmt-berüchtigten Videobeweis-Zeichen in die Luft – zweimal zugunsten der Wölfe, die die teils umstrittenen Gast-Geschenke dankbar annahmen und dank Matchwinner Wout Weghorst am Ende jubelnd die Arme in die Höhe rissen. Der 3:2-Sieg hat nach immer lauter werdenden Diskussionen erst einmal die Wogen geglättet.

Allerdings hatten auch die 90 Minuten gegen den unmittelbaren Tabellen-Konkurrenten für reichlich Gesprächs- und Zündstoff gesorgt. Weil der Videoassistent in Köln gleich mehrfach eingriff. Der wieder aus der Versenkung emporgestiegene VfL-Torjäger Weghorst (siehe Text unten) erzielte das zwischenzeitliche 2:1 nach einem zweifelhaften Foulelfmeter (52.). „Für mich ist das ganz klar kein Elfmeter“, wetterte Benjamin Hübner. Hoffenheims Kapitän wunderte sich wie die 22 506 Zuschauer in Sinsheim darüber, dass Storks das Spiel zunächst weiter laufen ließ, dann aber doch auf Strafstoß entschied. Denn Wolfsburgs Kevin Mbabu war im Strafraum im Rasen hängen geblieben, bevor ihn Hübner traf. Weghorst verwandelte jedenfalls zum 2:1.

Bei den Kraichgauern gab Stammkeeper Oliver Baumann nach überstandener Meniskus-Verletzung sein Debüt 2020 und verdrängte Philipp Pentke wieder auf die Bank. Der 29-Jährige bekam als erste Bewährungsprobe gleich einen Strafstoß präsentiert: Weghorst verwandelte sicher zur Führung (18.). Vorausgegangen war ein klares Handspiel von Sebastian Rudy bei einem abgeblockten Schuss von Xaver Schlager.

Nach dem Führungstor drückten die Gäste immer mehr ihr Spiel durch. Und in der 40. Minute jubelten sie erneut: Weghorst hatte sich im Kopfball-Duell gegen Hübner durchgesetzt, Admir Mehmedi drückte den Ball über die Linie. Doch Referee Storks nahm den Treffer nach Rücksprache mit den Videoassistenten zurecht zurück – Mehmedi stand eine Fußspitze im Abseits.

Nur fünf Minute später schauten die Wolfsburger wieder entsetzt: Baumgartner köpfte zum 1:1 (45.) ein. Storks und seine VAR-Helfer Deniz Aytekin und Eduard Beitinger hatten auch Einfluss auf den 2:2-Ausgleich durch Andrej Kramaric (60.): Weil Weghorst in der Mauer ein Handspiel begangen hatte, gab es Strafstoß Nr. 3...

Die Trainer wollten jedoch nicht am Referee herummeckern. „Die Schiedsrichter wurden in letzter Zeit oft kritisiert. Heute war es ganz schwierig, aber er hat das sehr, sehr gut gemacht“, sagte Wolfsburgs Oliver Glasner.

Keine Zweifel gab am Siegtor zum 3:2 durch Weghorst (71.), der Baumann nach feiner Vorlage von Maximilian Arnold gekonnt überlupfte.

Glasner hob nach diesem „perfekten Konter“ besonders die starke Moral seiner Mannen hervor: „Wir hatten im Spiel gleich mehrere Nackenschläge zu verdauen. Aber die Mannschaft ist dennoch positiv geblieben.“

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