Aller guten Dinge sind drei (Punkte)!

+
Abstiegs-Endspiel, die dritte: 2006 und 2007 ging's aus Wolfsburger Sicht gut, 2011 wollen Sascha Riether und Co. nicht sagen: au backe!

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Derzeit laufen in Deutschland die Abitur-Prüfungen. Der VfL Wolfsburg hätte seine Erstliga-Reife, wenn auch nur mit der Note ausreichend, schon gegen Lautern nachweisen können. Hat er aber nicht. Deshalb ist der Abschluss gefährdet! Deshalb steigt am morgigen Sonnabend bei der TSG Hoffenheim ein Zitter-Finale!

Keine neue Situation für den Klub. 2006 und 2007 bestritt der VfL ebenfalls Abstiegs-Endspiele. Wolfsburg bestand die Zerreißproben dank der Retter Cedrick Makiadi und Christopher Lamprecht. Doch was macht der Jahrgang 2011?

Von Prüfungs-Angst will Felix Magath nichts wissen. Und von einem Endspiel-Charakter offenbar auch nicht. Diesen Eindruck vermittelte der Trainer zumindest zwei Tage vor dem Schicksals-Auftritt. „Es geht nur um drei Punkte“, schmetterte Magath Nachfragen über die besondere Bedeutung des Gastspiels in Sinsheim ab. So sei es in jedem Bundesliga-Spiel. Dass die Wölfe überhaupt noch Bedarf haben, „war gar nicht notwendig“, betonte Magath nochmals. Um dann wieder Normalität auszustrahlen, „Die Situation hatten wir doch schon die ganzen letzten Wochen. Es ging jedes Mal um Punkte gegen den Abstieg. Als ich kam, waren wir 17., jetzt sind wir 15. und haben es selbst in der Hand.“ Nur mit dem feinen Unterschied, dass Sonnabend die letzte Chance ist (von einer möglichen Relegation mal abgesehen). Augenscheinlich versucht Magath, bloß keine Verkrampfung aufkommen zu lassen. Aller guten Dinge sind morgen drei (Punkte). „Ist das zu viel verlangt“, fragte er fast flehend.

Alles eine Sache des Willens. „Wenn der da ist, haben wir gute Aussichten zu gewinnen“, bekräftigte Wolfsburgs Feuerwehrmann. Als solcher verdiente sich auch Hans Meyer schon Lorbeeren in der Bundesliga – und stellte am Donnerstag in der Bild-Zeitung die Behauptung auf, einige VfL-Profis würden die drastische Lage unterschätzen. „Er kann Recht haben“, nickte Magath. Diesen Schluss hätte der Lautern-Flop durchaus zugelassen. Ob es die Wölfe wohl jetzt endgültig kapiert haben? Ohne Sieg bei Hoffenheim muss Schützenhilfe aus Dortmund und Hamburg her. „Da gucke ich nicht hin“, betonte Magath gestern. Zumindest nicht bis „17 Uhr und irgendwann“. Bis dahin sei er auch nicht bereit, „über den Abstieg zu reden“. Für den Meistermacher von 2009 wäre das auch eine persönliche Katastrophe. Der Lehrer strahlt Zweck-Optimismus aus. Nun sind die Schüler gefordert. Die Varianten lauten: Bestanden, nachsitzen oder durchrasseln!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare